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Es lebe die Teilzeit! Oder doch nicht?

Teilzeit: Ein Leben in Stückchen

Ich habe einen Blog, die Lieblingsgören, und ich betreibe ihn gern und darüber hinaus arbeite ich als freie Journalistin und PR-Managerin. Aber eben: Teilzeit.

Teilzeit, Teilzeit, Teilzeit. Alles immer nur T e i l z e i t … Ich räume in Teilzeit die Wohnung auf, wasche in Teilzeit die Wäsche, sitze in Teilzeit am Computer und wechsle in Teilzeit die Windeln. Und obwohl das doch ganz abwechslungsreich ist und mir alles daran eigentlich ganz gut gefällt, fühle ich mich schlecht. So als ob ich ein Leben hätte, das aus lauter kleinen Stückchen besteht: Broken to Pieces.

Teilzeit: Nichts Halbes und nichts Ganzes

Medienberichten zu folge ist es D A S  Thema auf deutschen Spielplätzen. Die Diskussion darüber, was besser ist: Teilzeit, Karriere in Vollzeit oder Hubschraubermama?

Ich bin Teilzeit- und Hubschraubermama. Was das heißt? Das heißt zum einen Verwirrung und Stress: Denn wenn ich am Rechner arbeite, denke ich an die Kinder, wenn ich den Haushalt schmeiße an den Rechner und wenn ich bei den Kindern bin an Haushalt und Rechner.

Was den vermeintlichen Blick anderer auf mich angeht, fühle ich mich wie ein geteilter Mensch. Was bin ich denn? Bin ich freie Journalistin und PR-Frau? Bin ich Mama? Bin ich Hausfrau? Irgendwie alles und nix! Tolle Jobangebote musste ich absagen, weil sie nur in Vollzeit gehen. Meine Wohnung ist immer nur teilzeit-sauber und als Hubschraubermama habe ich zudem noch das Gefühl, meinen Kindern nicht gerecht zu werden. Ihnen zu wenig zuzuhören, zu wenig mit ihnen zu spielen und zu wenig bei ihnen zu sein, wenn ich mich beim Vorlesen dabei ertappe, wie ich aufs Smartphone schiele, weil ich auf Rückmeldung eines wichtigen Auftraggebers warte.

“Augenblick, verweile doch, du bist so schön!”

Wo ist da denn der Augenblick? Zwischen all den Bergen an Wäsche, Arbeit und Verantwortung kann ich mich meist nur im Urlaub ausgraben. Da bin ich plötzlich ich. Da ist es mir plötzlich egal, ob andere mich für meine Leistung anerkennen, da hab ich plötzlich Zeit für meine Kinder, da gibt es keinen Haushalt, für den ich mich übermäßig verantwortlich fühle und da werfe ich meinem Smartphone nur einen verächtlichen Seitenblick zu.

“Anspannung ist, wer Du denkst, dass Du sein musst. Entspannung ist, wer Du bist.” Diesen Spruch habe ich kürzlich auf einer Seite für Yoga-Sprüche gelesen – bei der Recherche für einen Auftrag. Und ja, das stimmt!

Ein Leben in Stückchen, das könnte ja auch ein buntes Mosaik sein und keine zerrissene Uhr.