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Cover: "Erwachsene dürfen alles, aber Kinder dürfen nix"

Erwachsene dürfen alles, aber Kinder dürfen nix

Stimmt das denn? Na ja, nicht so ganz! Aber eingeschränkt ist der Alltag unserer Kinder natürlich schon. Sie müssen sich beeilen, wenn wir irgendwo hin wollen. Sie dürfen nicht unendlich viele Süßigkeiten naschen oder stundenlang vor der Glotze sitzen. “Wenn ich mal Papa bin, erlaube ich meinen Kindern alles! Immer!”, sagt Leseratte zur Zeit öfter zu mir, wenn ich ihm etwas verbiete. Da kam mir das Vorlesebuch (auch zum Selberlesen geeignet) “Erwachsene dürfen alles, aber Kinder dürfen nix” von Alexandra Dannenmann gerade recht ;-).

Nobody is perfect!

Alexandra Dannenmanns Geschichten von der Drittklässlerin Nicola bieten keine einfachen Lösungen für das Familienleben. Ja, es ist nervig für ein Kind, dass es nicht alles selbst entscheiden kann und seine Eltern, wie bei Nicola, zum Beispiel heimlich nicht das Haus verlassen, wenn es eine Pyjama-Party feiert. Es ist obernervig für Nicola, dass sie meist nicht selbst entscheiden darf, was sie zum Anziehen haben möchte, wann sie einen Film guckt, ob sie überhaupt Hausaufgaben machen will oder heute mal nicht. Aber es ist halt auch ziemlich nervig, alles verbieten zu müssen, jemanden antreiben zu müssen, damit man nicht zu spät kommt. Nervig, zu gucken, ob das Kind warm genug angezogen ist, genug isst, Hausaufgaben macht, und, und, und …

Das Fazit des Buches? Kind zu sein ist im Familienalltag oft anstrengend, Eltern zu sein aber auch. Was also tun als Eltern? Kompromisse finden. Mal was erlauben, was man selbst nicht so toll findet. Wie zum Beispiel Nicolas neues Lieblings-T-Shirt. Mal die Hausaufgaben nicht nachkontrollieren, wenn es nicht so wichtig ist. Und den Kindern aufzeigen, dass unsere Verbote und Kontrollen Sinn machen, dass Regeln wichtig, aber nicht in Zement gemeißelt sind. Oder wie Jesper Juul es einmal so toll gesagt hat: “Man kann seine Kinder auch einfach nur genießen”! Und das sollten unsere Kinder auch mal tun können: Sich und ihr Leben genießen, denn sie haben schon in ihrem Alltag genug Zwänge und Regeln zu beachten.

In diesem Sinne: Nobody is perfect! Und das ist auch gut so ;-)

Buchinformationen: Alexandra Dannenmann: “Erwachsene dürfen alles, aber Kinder dürfen nix. April 2014. Ab 7 Jahre.

Verlosung: Wir verlosen ein Exemplar des Buches. Schreibt uns einfach in den Kommentaren bis 24. Januar 2016 wie Ihr es mit Verboten haltet bzw. was Ihr zu diesem Thema denkt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Es lebe die Teilzeit! Oder doch nicht?

Teilzeit: Ein Leben in Stückchen

Ich habe einen Blog, die Lieblingsgören, und ich betreibe ihn gern und darüber hinaus arbeite ich als freie Journalistin und PR-Managerin. Aber eben: Teilzeit.

Teilzeit, Teilzeit, Teilzeit. Alles immer nur T e i l z e i t … Ich räume in Teilzeit die Wohnung auf, wasche in Teilzeit die Wäsche, sitze in Teilzeit am Computer und wechsle in Teilzeit die Windeln. Und obwohl das doch ganz abwechslungsreich ist und mir alles daran eigentlich ganz gut gefällt, fühle ich mich schlecht. So als ob ich ein Leben hätte, das aus lauter kleinen Stückchen besteht: Broken to Pieces.

Teilzeit: Nichts Halbes und nichts Ganzes

Medienberichten zu folge ist es D A S  Thema auf deutschen Spielplätzen. Die Diskussion darüber, was besser ist: Teilzeit, Karriere in Vollzeit oder Hubschraubermama?

Ich bin Teilzeit- und Hubschraubermama. Was das heißt? Das heißt zum einen Verwirrung und Stress: Denn wenn ich am Rechner arbeite, denke ich an die Kinder, wenn ich den Haushalt schmeiße an den Rechner und wenn ich bei den Kindern bin an Haushalt und Rechner.

Was den vermeintlichen Blick anderer auf mich angeht, fühle ich mich wie ein geteilter Mensch. Was bin ich denn? Bin ich freie Journalistin und PR-Frau? Bin ich Mama? Bin ich Hausfrau? Irgendwie alles und nix! Tolle Jobangebote musste ich absagen, weil sie nur in Vollzeit gehen. Meine Wohnung ist immer nur teilzeit-sauber und als Hubschraubermama habe ich zudem noch das Gefühl, meinen Kindern nicht gerecht zu werden. Ihnen zu wenig zuzuhören, zu wenig mit ihnen zu spielen und zu wenig bei ihnen zu sein, wenn ich mich beim Vorlesen dabei ertappe, wie ich aufs Smartphone schiele, weil ich auf Rückmeldung eines wichtigen Auftraggebers warte.

“Augenblick, verweile doch, du bist so schön!”

Wo ist da denn der Augenblick? Zwischen all den Bergen an Wäsche, Arbeit und Verantwortung kann ich mich meist nur im Urlaub ausgraben. Da bin ich plötzlich ich. Da ist es mir plötzlich egal, ob andere mich für meine Leistung anerkennen, da hab ich plötzlich Zeit für meine Kinder, da gibt es keinen Haushalt, für den ich mich übermäßig verantwortlich fühle und da werfe ich meinem Smartphone nur einen verächtlichen Seitenblick zu.

“Anspannung ist, wer Du denkst, dass Du sein musst. Entspannung ist, wer Du bist.” Diesen Spruch habe ich kürzlich auf einer Seite für Yoga-Sprüche gelesen – bei der Recherche für einen Auftrag. Und ja, das stimmt!

Ein Leben in Stückchen, das könnte ja auch ein buntes Mosaik sein und keine zerrissene Uhr.