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Cover von: "Das Buch vom Muessen und Machen", © Sauerländer Verlag

Das Buch vom Müssen und Machen

Wir müssen alle mal und reden nicht gerne drüber … “Das Buch vom Müssen und Machen” tut das schon und sogar ganz schön explizit. Hier geht es um Scheiße, Kacke, Aa: Das große Geschäft! Und das ist nicht einfach eklig, sondern echt interessant.

Eine Runde Scheiße…

…heißt es im Buch nicht nur an einer Stelle und das ist mir persönlich ein bisschen zu vulgär. Aber der Inhalt des comicartig aufbereiteten Wissen-Kinderbuchs ist hochgradig spannend. Von A wie Affe bis Z wie Ziegen dreht sich hier alles rund ums große Geschäft: Welches Tier macht wie und warum? (Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Raupe des australischen Schwalbenschwanzschmetterlings sich als Vogelkacke tarnt, um nicht gefressen zu werden?) Warum müssen Tiere und Menschen überhaupt aufs Klo? Wieso sieht Kot so unterschiedlich aus und wozu ist er sonst noch gut? Gibt es Tiere, die Toiletten bauen?

Kot ist nützlich

Kinder lernen zudem, dass Kacka nicht einfach Abfall ist, sondern auch zur Nachrichtenverbreitung und Orientierung dient. Dachse zum Beispiel stecken mit kleinen benutzten Latrinen ihr Revier ab. Außerdem verrät der Geruch von Kot den Artgenossen vieler Tierarten das Neuste aus dem Leben ihrer Kumpels, zum Beispiel, ob jemand Single oder schwanger ist. Und das Aa dient vielen Lebewesen als Nahrung, Forschern als Quell und Pflanzen zur Weiterverbreitung …

Viele Geschichten vom großen Geschäft

“Das Buch vom Müssen und Machen” erzählt Kindern ganz unbefangen von unseren Ausscheidungen und denen der Tiere. Am Ende haben sie anhand vieler Geschichten und Beispiele gelernt, dass Kacke nicht nur eklig und wertlos ist, sondern ein wichtiger Bestandteil des Kreislaufs des Lebens. Absolut empfehlenswert! Und wer, so wie ich, das S C H-Wort nicht so oft vorlesen mag, greift einfach zu einer harmloseren Variante. Das Buch wurde übrigens 2006 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

PS: Wusstet ihr eigentlich, dass gar nicht das Klo die meisten Bakterien im Haushalt aufweist, sondern dass diese an ganz anderen Orten zu finden sind? Wo, das seht ihr in dieser Grafik über die “Schmutzigsten Orte in der Wohnung, die uns freundlicherweise von Netzshopping.de zur Verfügung gestellt wurde.

Buchinformationen:

Nicola Davies & Neal Layton: “Das Buch vom Müssen und Machen”, Sauerländer Verlag, 3. Auflage 2007

 

Trocken werden @ SR

Trocken werden

“Ich hab’ Kacka gemacht!” – Das brüllt eigentlich nur Lesemaus (5) vom eigentlich “stillen” Örtchen aus, wenn sie eine helfende Hand braucht. “Ich hab’ Kacka gemacht!” – Das brüllte vor kurzem Leseratte. Leider nicht vom stillen Örtchen aus, sondern aus den Untiefen eines Häuschens auf dem Spielplatz. Stolz grinsend lugte er schließlich aus der Tür des Häuschens und präsentierte mir zwei ineinander verschlungene kleine Würstchen.

Ein Kacktag …

Was soll ich sagen? Ich hatte ihm die Windel ausgezogen, denn es war ein sehr heißer Tag und wir waren auf einem Spielplatz mit einer Pumpe. Und eigentlich, so dachte ich, kann man doch von einem schon recht großen kleinen Kerl mit 2,5 Jahren erwarten, dass er nach einer Windel verlangt, wenn ihm danach ist. Na ja, ich entfernte den Schlamassel und hörte eine Mutter ihre Kinder zurückpfeifen: “Geht da nicht hin, da hat jemand ins Häuschen Kacka gemacht. Böser Seitenblick auf mich.

… mit Pipi

Kurze Zeit später kam Lesemaus zu mir, die gefühlte Tonnen Obst gegessen hatte (es war ja so heiß). Sie sagte mir, dass sie nun mal eben auch ganz dringend groß müsse. Und weil kein Klo in der Nähe war, setzte ich sie auf einen mit einer Plastiktüte ausgestopften Buddeleimer. “Ich darf doch da auch Pipi reinmachen, oder?” Schwupps war’s schon zu spät und ich entsorgte eine fies aussehende Plastiktüte im Mülleimer. Dabei versuchte ich so wenig Aufsehen wie möglich zu erregen, die bösen Seitenblicke verfolgten mich aber weiter.

Nachdem Leseratte schließlich auch noch aus Versehen einen Stein auf die Schulter eines viel größeren Jungen geworfen hatte, der megalaut brüllte, und sein großes Geschäft mit einem kleinen Geschäft abgeschlossen hatte (ich brauche nicht zu erwähnen, dass dies wieder in besagtem Häuschen erledigt wurde), packte ich ihn endgültig zurück in die Windel und wir gingen nach Hause.

Zuhause befand sich – fast wie beim kleinen Maulwurf – eine minikleine Kackwurst vor der Eingangstür. “Bleib’ weg von der Kackwurst!”, rief ich noch. Da war es schon zu spät und Leseratte bohrte hingebungsvoll in das kleine Würstchen, das  wer weiß ich nicht  hier abgelegt hatte.

So erlebte ich meinen ersten richtigen Kacktag im wahrsten Sinne des Wortes, der in einer duftenden Badewanne endete. Morgen üben wir weiter!

PS: Wisst Ihr, was Lesemaus einmal sagte, als sie in ihrem Kinderzimmer auf den Boden gemacht hatte? “Ich hab einen Regenbogen gekackert!” Ja, von der Form her stimmte es …