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Liebende bleiben

Liebende bleiben mit Jesper-Juul-Interview

Ist das nicht ein schöner Titel? Jesper Juuls neues Buch mit dem Untertitel “Familie braucht Eltern, die mehr an sich denken” ist ein Geschenk. Ein Geschenk für alle Paare, die sich auf dem langen Weg als Mama und Papa verloren haben und wiederfinden möchten.

Spannende Paargespräche

Der Familientherapeut spricht darin mit Eltern über ihre jeweilige Situation und versucht, mit ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden – man selbst kann daraus viel über seine eigene Familie lernen. Um Familie und Partnerschaft geht es also in diesem Buch, das sieben Beratungsgespräche wiedergibt, die Jesper Juul während eines Aufenthalts in München geführt hat.

Da sind Yvonne und Tobias mit Lara (5) und Ben (1). Sie sind sich überhaupt nicht einig in Beziehungsfragen und wisst ihr was: Das ist auch gut so! Denn es ist ok, wenn jeder seinen Standpunkt hat, solange er ihn authentisch vertritt. Und man kann den Partner ja auch vom Gegenteil überzeugen. Das war mir neu! Ich dachte, man müsste immer krampfhaft an einem Strang ziehen (… und sich dabei mehr als einmal selbst verlieren).

Da sind Sarah und Maik mit Fabian (fast 3) und Pia (1), beide Freiberufler. Kinder und zuhause arbeiten, wie soll das gehen? Wie soll man sich zuhause bewusst abgrenzen, wenn man arbeiten muss? Das geht! Aber nicht mit leeren Versprechungen wie: “So, mein Schatz, ich schreibe jetzt mal noch kurz eine Email und dann spielen wir natürlich gleich Lego. Aber das muss ich erst noch machen.” Nach einer Stunde ist man aber immer noch nicht da. Klarheit ist wichtig: “Ich arbeite jetzt.”

Paartherapie? Nö!

Diese und viele weitere Gespräche (sowie Tipps von Jesper Juul) finden sich wörtlich wiedergegeben in dem modernen Beziehungsratgeber, der – wie ich finde – eine Paartherapie ersetzen kann, wenn noch nicht alles total festgefahren und kurz vor dem Auseinanderbrechen ist.

Was ist aber, wenn die Luft schon am Brennen ist?

Diese Frage durfte ich Jesper Juul stellen und er hat mir Folgendes dazu geantwortet:

Jesper Juul: “Eltern befinden sich diesbezüglich in der gleichen Situation wie Kleinkinder: Sie müssen sich mit ihren eigenen emotionalen Reaktionen vertraut machen, um sie kennenzulernen und Möglichkeiten zu finden, sie auf eine Weise zum Ausdruck zu bringen, die eine Beziehung stärkt.

Wenn ein Elternteil laut wird, ist es wichtig, dem/der Betreffenden zu ermöglichen, die verbale Auseinandersetzung mit dem Kind  weiterzuführen und zu beenden; danach (sobald die Emotionen wieder im Lot sind) sollte die Frage erfolgen: „Was genau ist passiert?“ Nur wenn wir dieser Frage im Dialog mit einem anderen einfühlsamen Erwachsenen nachgehen, können wir lernen, unsere Stimmbandmuskeln zu steuern und statt der lauten Töne die leisen anzuschlagen.

Deshalb habe ich ein Problem mit der Zuordnung zu den beiden Kategorien „positive und negative Gefühle“. Frustration und Wut sind ebenso ein Teil der Liebe wie Kuscheln und Massage. Die Qualität Ihrer Erziehung sollte nicht an der Häufigkeit der Wutgefühle gemessen werden, sondern vielmehr an der Entscheidung, wie Sie (als Paar und als Einzelpersonen) damit umgehen.”

Weitere spannende Fragen und die Antworten darauf findet ihr bei den tollen Blogs:

Munchkins Happy Place

Frieda Friedlich

Cuchikind

Mama Berlin

Wheelymum

und Papalapapi.

Buchinformation: Liebende bleiben. Familie braucht Eltern, die mehr an sich denken. Für Erwachsene, Beltz Verlag 2017

 

Cover Dingdongdilli Eulenspiegel Kinderbuchverlag

Der Dingdongdilli

Größer sein, stärker sein, lieber blonde als braune Haare haben: Nicht mehr man selbst, sondern jemand ganz anderes zu sein – das wünscht sich wohl jedes Kind einmal.*

Stromer will berühmt sein …

So wie der Hund Stromer, der genauso berühmt werden will wie der von allen umschwärmte Schimmel Paladin von der Nachbarfarm. Als er im Wald die Hexe Hulda trifft, geht dieser Wunsch in Erfüllung und er wird von ihr in ein Tier verwandelt, das es auf der Welt nur ein einziges Mal gibt: Den Dingdongdilli. Der besteht aus ganz schön vielen Tieren, hat einen Kamelhöcker, Zebra-Schwanz und -Hinterbeine, den Hals einer Giraffe, vorne Elefantenfüße, einen Nashornkopf mit Elefantenohren und obendrauf ein Rentiergeweih.

… und wird zum Dingdongdilli

Da erkennt ihn sein Besitzer, der kleine Junge Orvie, nicht mehr, er wird als Ungeheuer verfolgt und landet schließlich bei Luigi Lambertis Sensationstheater in der “Tierschau der Wunder und Sensationen” – vorgeführt als Super-Bombastikus-Spektakulus. Bis, bis ihn die Hexe Hulda zurückverwandelt in einen stinknormalen Hund. Glücklich ist Stromer, als er wieder er selbst sein kann, denn genau so wird er geliebt.

Du bist du – und das ist gut so!

1970 erschien der Kinderbuchklassiker des Zeichners und Geschichtenschreibers Bill Peet (1915-2002), der über 30 Jahre in den Disneystudios tätig war und legendäre Filme wie “Schneewittchen” und “Cinderella” erschuf. Das Filmische ist auch in den bewegten, farbigen Zeichnungen des Buches zu sehen, das kleine und große Leser in seine Geschichte einsaugt und liebevoll erklärt, dass es nicht auf Äußerlichkeiten ankommt und auch nicht darauf, wie berühmt oder erfolgreich man ist, um geliebt zu werden und Freunde zu haben. Wer will schon ein Super-Bombastikus-Spektakulus sein, wenn er nur vorgeführt und nicht wertgeschätzt wird? 2016 wurde dieser kleine Geschichtenschatz erneut verlegt.

Buchinformationen: Der Dingdongdilli von Bill Peet, ab 4 Jahre, Eulenspiegel Kinderbuchverlag 2016

Verlosung zum Valentinstag 2017

Wir verlosen zwei Exemplare des Dingdongdilli. Schreibt uns einfach in den Kommentaren mindestens zwei Tiere, aus denen er besteht. Die Verlosung läuft bis einschließlich 14. Februar 2017. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

* Dazu empfehle ich euch die CD “Rotz’n’Roll Radio” von Kai Lüftner und Klabauterband … und darauf das Lied “Du bist wie Du”. Hier gibt es eine Hörprobe. Läuft bei uns gerade rauf und runter!

Tuerchen 22

Türchen 22: Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?

Cover "Weißt Du eigentlich, wie lieb ich dich hab?"  © Sauerländer Verlag

Cover “Weißt Du eigentlich, wie lieb ich dich hab?” © Sauerländer Verlag

“Bis zum Mond und wieder zurück haben wir uns lieb.”

(aus: “Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?” von Sam McBratney & Anita Jeram, Sauerländer)

Ohne Worte :-)! Aber wer schon einmal ein paar Buchtipps für Ostern haben möchte, kann unter dem Link nachgucken.

Und hier geht’s zur Lieblingsgören-Adventsverlosung von Astrid Lindgrens: Tomte Tummetott!

Tuerchen 19

Türchen 19: Großer Wolf & kleiner Wolf

Cover "Großer Wolf, kleiner Wolf" © Gerstenberg

Cover “Großer Wolf, kleiner Wolf” © Gerstenberg

“Ohne dich”, sagte der große Wolf kleinlaut, “ist mir langweilig.” Da rückte der kleine Wolf näher an den großen Wolf heran. “Geht mir auch so”, sagte er.

(aus “Großer Wolf & kleiner Wolf: Vom Glück, zu zweit zu sein” von Nadine Brun-Cosme und Olivier Tallec, Gerstenberg 2011

Zu diesem wunderbaren Bilderbuch über Liebe und Freundschaft gibt es schon eine Rezension bei den Lieblingsgören.

Und hier geht’s zur Lieblingsgören-Adventsverlosung von Astrid Lindgrens: Tomte Tummetott!

Tuerchen 11

Türchen 11: Der alte Mann und der Bär

Cover "Der alte Mann und der Bär" © Diogenes Kinder Klassiker

Cover “Der alte Mann und der Bär” © Diogenes Kinder Klassiker

,Da liegt ein Bär, Mutter. Wir müssen ihn füttern, vielleicht ist er ein verwunschener Königssohn.’ Zu Weihnachten denken sie alle an Märchen. ,Ach was, Königssohn’, sagten die Eltern. ,Und zum Füttern ist morgen noch Zeit.’ Aber als sie am nächsten Tag kamen, waren der Bär und der Vogel nicht mehr da. Ein Engel hatte sie geholt. Zu den Sternen getragen.

(aus: Janosch – Der alte Mann und der Bär, Diogenes Kinder Klassiker 1985)

Wie ist es, wenn alle Menschen wegschauen anstatt zu helfen? Wenn jeder nur sich selbst der Nächste ist, weil es unbequem wäre, hinzusehen? Es ist schrecklich und wir sollten daran etwas ändern!

Ich habe in diesem Jahr mit Lesemaus und Leseratte Spielzeug aussortiert, aus dem sie herausgewachsen sind und an bedürftige Familien gespendet. Beim Anblick des sehr gut erhaltenen Bobby Cars sagte der Mann des ehrenamtlichen Vereins zu mir: “Wollen sie das nicht behalten? Das ist doch noch so schön!” Ja, das ist noch schön! Aber warum sollen wir nur Dinge aussortieren, die schrottreif oder kaputt sind? Wenn schon spenden, dann doch auch Sachen, die anderen wirklich Freude machen. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

Hier geht’s zu unserer Adventsverlosung von Astrid Lindgrens: Tomte Tummetott! Vielleicht zum Weiterverschenken?

Tuerchen 10

Türchen 10: Pinguin gefunden

Cover "Pinguin gefunden" © Aufbau-Verlag

Cover “Pinguin gefunden” © Aufbau-Verlag

Und so machten sich der Junge und sein Freund gemeinsam auf den Weg nach Hause. Den gesamten Weg über erzählten sie einander wundervolle Geschichten.

(aus “Pinguin gefunden” von Oliver Jeffers, Aufbau Verlag 2010)

Freundschaft ist am Ende des Lebens neben der Familie und der Gesundheit das, was das Leben wirklich lebenswert gemacht hat. Nichts ist schlimmer als Einsamkeit. “Pinguin gefunden” erzählt von einer tiefen, echten Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und einem einsamen Pinguin. Und hier findet Ihr die vollständige Rezension.

Und hier geht’s zu unserer Adventsverlosung von Astrid Lindgrens: Tomte Tummetott!

Marie und die Dinge des Lebens

Buch-Verlosung: Marie und die Dinge des Lebens

“Marie und die Dinge des Lebens” erzählt meisterhaft illustriert von den Sonnen- und Schattenseiten des Daseins. Vom Wirbelwind Marie, der am liebsten Kekse isst, und von ihrer besten Freundin, der Großmama, die genauso verfressen ist wie sie.

Aber auch von Krankheit und Tod …

Die vollständige Rezension lest Ihr im Tidy Books Deutschland Blog, in dem ich als erste offizielle Gastbloggerin mit viel Freude besondere Neuerscheinungen vorstelle.

Hier verlosen wir zwei Exemplare des Buches für Euch, wenn Ihr uns verratet, warum für Euch und Eure Kinder das Leben lebenswert ist. Einfach kommentieren!

Die Verlosung läuft bis 26.11.2014. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Schluss mit Kuss!

Cover "Schluss mit Kuss!" © Beltz & Gelberg

Cover “Schluss mit Kuss!” © Beltz & Gelberg

Sind kleine Kinder nicht zum Küssen süß? Ja, das sind sie und man könnte immer an ihnen herumknutschen. Auch Leseratte ist mit seinen zwei Jahren zum Anbeißen. Aber immer öfter höre ich nun: “Mag nis, Mama!”, wenn ich ihn zu überschwänglich küsse.

In Emma Chichester Clarks Bilderbuch “Schluss mit Kuss!” beschäftigt sich ein kleiner Affe mit der Frage, warum sich denn eigentlich alle küssen – vor allem die Mamas ihre Babys. Besonders schlimm findet er es, von Leuten geküsst zu werden, die er kaum kennt. Und dann gibt es auch noch zu jedem Anlass verschiedene Küsse: Den “Guten Tag!-Kuss”, den “Auf Wiedersehen!-Kuss”, den “Guten Morgen-” und den “Gute-Nacht-Kuss” und wie sie nicht alle heißen.

Dem kleinen Affen reicht es und er plädiert deshalb für ein sofortiges Kussverbot. Doch keiner hält sich daran und als das Äffchen einen kleinen Bruder bekommt, noch weniger. Da passiert es plötzlich auch ihm: Er küsst sein Geschwisterchen!

“Schluss mit Kuss!” ist wie der nette, kleine Bruder von Tomi Ungerers “Kein Kuss für Mutter” (ab 5 Jahre). Die farbenfrohen, zarten Zeichnungen bringen den Kleinsten auf fröhliche Weise das Thema Liebe und den Umgang mit ihr näher. Das Ende ist einfach rührend – besonders für sentimentale Mamis. (Seid Ihr auch so sentimental, seid Ihr Kinder habt?) Leserattes Fazit zum Bilderbuch: Ein zart gehauchtes “Soo schööön!”. Vielleicht darf ich ihn jetzt wieder öfter küssen, auch wenn er keinen kleinen Bruder, sondern “nur” eine große Schwester hat.

Buchinformationen:

Emma Chichester Clark: Schluss mit Kuss!, ab 3 Jahre, erschienen im Beltz & Gelberg Verlag, 2014, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 2-3-Jährige zum Thema “Liebe” vom April 2014.