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Cover: Schüttel den Apfelbaum von Nico Sternbaum

Schüttel den Apfelbaum

Die Zeit der letzten Apfelernte ist definitiv vorbei und bald kommt wohl der erste Frost. Umso schöner sind da Mitmachbücher wie “Schüttel den Apfelbaum” von Nico Sternbaum, die den Herbst ein bisschen goldener machen, auch wenn es draußen grau ist.

Äpfel schütteln, Kitzelmonster kitzeln und mehr

Kinder zwischen 2 und 4 Jahren können in diesem klar und kindgerecht illustrierten, handlichen Buch Äpfel vom Baum schütteln, das Kitzelmonster kitzeln, eine Pusteblume anpusten und vieles mehr. Eine Seite nach ihrer Aktion sehen sie sofort den Effekt, den diese auf die Bewohner des Buches hatte.

App ohne App

Wunderbar, wie so ein Buch auf diese Weise fast so interaktiv wie eine digitale App funktioniert, aber trotzdem meilenweit davon entfernt ist. Da kann das Smartphone ganz oben ins Regal gelegt werden, damit auch Mama oder Papa einmal eine schöne Auszeit von der Online-Welt nehmen.

Über den Autor

Nico Sternbaum hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht und viel gemalt. Nach einem Studium an einer Kunsthochschule lebt er heute als freischaffender Illustrator und Autor.

Verlosung:

Wir verlosen drei Exemplare des Buches, jeweils an drei Familien eines. Schreibt uns einfach in den Kommentaren, was ihr davon haltet, dass Kleinkinder schon Smartphones nutzen. Die Verlosung läuft bis einschließlich 20. November 2017. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Buchinformationen: Schüttel den Apfelbaum. Ein Mitmachbuch. Von Nico Sternbaum. 2-4 Jahre. Bassermann Verlag, 2017

 

Cover "Kleiner Indianer", © J.P. BACHEM VERLAG

Kleiner Indianer

Kleiner Indianer ist endlich sieben Jahre alt geworden und soll seinen Indianernamen bekommen. Aber den muss er sich erst verdienen, indem er eine Prüfung besteht.

Schleimige Schnecke oder Mutiger Adler?

Natürlich möchte er nicht “Mickrige Ameise” oder “Schleimige Schnecke” heißen, sondern viel lieber “Furchtloser Kojote” oder “Mutiger Adler”, aber bis dahin muss er noch etwas ganz Besonderes vollbringen – so der große Häuptling. Voller Tatendrang macht sich der kleine Fuchs auf den Weg. Einen wilden Bison will er fangen, eine Adlerfeder besorgen, einen Bärenzahn erbeuten, einen Cowboyhut schießen … Doch alles kommt anders als er denkt.

Humm Ba-ba-ba, Humm Ba-ba-ba

Wieso sein Stamm ihn trotzdem voller Stolz empfängt und warum es gerade die kleinen Taten sind, die Großes hervorbringen, erfährt Kleiner Indianer nach seiner Rückkehr. Und ihr erfahrt seinen neuen Indianernamen :-).

Mut liegt in den kleinen Taten

Kleiner Indianer möchte etwas wirklich und wahrhaftig Außergewöhnliches vollbringen und scheitert an seinen viel zu hohen Ansprüchen. Das, was am Ende aber wirklich zählt, ist sein Einsatz und seine kleinen Taten, mit denen er viel bewirkt. Das sollten wir auch unseren Kindern beibringen. Es müssen nicht immer die großen Heldentaten sein, die uns zu etwas Besonderem machen, sondern es ist die tröstende Hand auf der Schulter oder die Verteidigung eines Freundes, indem man zu ihm steht und sich neben ihn stellt … Und toll illustriert ist das Buch ebenfalls. Besonders empfehlenswert also für kleine Indianer/-innen und solche, die es werden wollen!

Buchinformationen

Quentin Gréban: Kleiner Indianer, J.P. BACHEM VERLAG, 2016, ab 4 Jahre

 

Endlich wieder zelten

Endlich wieder zelten!

Ehrlich gesagt: Wir waren noch nie mit Lesemaus und Leseratte zelten! Das sollte sich schleunigst ändern – spätestens nach der Lektüre von Philip Waechters wunderbarem Bilderbuch “Endlich wieder zelten!”.

Zelten gehen ist schön!

Endlich sind Sommerferien – auch für die Hauptfigur des Bilderbuchs vom Zelten, einen kleinen Schuljungen – und es geht wie jedes Jahr ab auf den Campingplatz. Doch davor müssen erst mal ganz schön viele Sachen zusammengepackt werden (nur der Ranzen bleibt natürlich zu Hause!).

Als alles im Auto verstaut ist, nichts Wichtiges mehr vergessen wurde und die nervige Fahrt vorbei ist, rufen das Meer und die unendliche Freiheit des Campingplatzes.

Zelt aufbauen, den richtigen Platz finden, neue Kinder kennen lernen und alle An- und Unannehmlichkeiten des Zeltens erleben. Was kann herrlicher sein?

Für alle Campingfans und die, die es werden wollen

Philip Waechters Bilderbuch besticht Campingsfans und solche, die es werden wollen, durch fein- und scharfsinnige Betrachtungen dieser familien-abenteuerlichen Reiseform. Die kleinteiligen, detailreichen Zeichnungen sind fröhlich, witzig, spritzig, knuffig und süß – und drücken dabei eine große, teils ernsthafte, teils ironisch gemeinte Liebe zum Zelten und seinen kleinen Macken und Tücken, wie unangenehme Stechmücken, laute Nachbarn und Unwetter,  aus – Urlaub für Urlaub, Jahr für Jahr … Langweilig wird’s dabei bestimmt nie!

Über den Autor:

Philip Waechter ist Jahrgang 1968. Er studierte Kommunikationsdesign an der FH Mainz und lebt als Illustrator in Frankfurt am Main. Als Mitglied der Ateliergemeinschaft Labor veröffentlicht er die sehr empfehlenswerten “Kinder Künstler Bücher”.

Buchinformation: Philip Waechter – Endlich wieder zelten, ab 4 jahren, 1. Auflage 2015, Beltz & Gelberg

Cover Hildegard das dicke Huhn c arsedition

Hildegard, das dicke Huhn, hat vor Ostern viel zu tun

Der Osterhase hat Eier bestellt. Viele Eier. Hildegard, das dicke Huhn hat die Oberaufsicht übers Eierlegen und sie ist empört, denn ihre 13 Hühner sind einfach zu verrückt: Ostern kümmert sie gar nicht!

Hildegard und ihre Tricks

Da überlegt sich Hildegard jeden Tag etwas Neues, um die Hühner zum Eierlegen zu bewegen, wie die feste Eierlegezeit oder das Wettlegen auf der Wiese. Eierlegetag folgt auf Eierlegetag – mal mehr mal weniger von Erfolg gekrönt. Das macht Hildegard sehr müde, hühner-, äh, hundemüde. Darum überlegt sich die Hühnerschar, ihr nun doch so richtig zu helfen und am Ende haben sie einen Korb voller hübscher Lust- und Launeeier, schneeweißer Eier, klitzekleiner Eier, prächtiger Eiern, Überraschungseier, ein paar brauner Eier und mit einem dicken Ei. Was wohl der Osterhase daraus macht?

Hübsches Wimmelbuch zu Ostern

In “Hildegard das dicke Huhn, hat vor Ostern viel zu tun” wimmelt es nur so von Hühnern und Eiern. Prächtig bunt und einladend kommen die detailreichen Illustrationen von Katja Mensing daher und ergeben zusammen mit der Geschichte von Sabine Cuno ein kleines Osterschätzchen für so manches Körbchen.

Buchinformationen: Sabine Cuno/Katja Mensing: Hildegard, das dicke Huhn, hat vor Ostern viel zu tun, arsEdition 2015, ab 3 Jahre

Wir verlosen ein Exemplar des Buches! Verratet uns doch einfach in den Kommentaren, welcher Osterbrauch für Euch der wichtigste ist. Die Verlosung läuft bis Donnerstag, den 24.3.2016. Also schnell mitmachen! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Cover Pommes im Urwald

Pommes im Urwald – Das etwas andere Dschungelbuch

Pommes ist ein Hase und heißt eigentlich Fritz – aber alle nennen ihn Pommes. Weil er gern Pommes ist und weil er ganz schnell “Fritz futtert frische Fritten” sagen kann. Pommes ist ein “Schisshase”, das sagen jedenfalls manche. Aber er kann gut Geschichten erzählen – und das macht er am liebsten zusammen mit seinen Freunden Flitzer, der Maus und Wolke, der Gans.

Geschichten erzählen ist toll

Wenn sich die drei Freunde Geschichten erzählen, liefern zwei von ihnen fünf Wörter und der Dritte muss daraus eine Geschichte bauen. “Trompete”, “Krokodil”, “Frittenbude”, “Spinat” und “Urwald” sind diesmal die Begriffe und Pommes legt los …

Vom Hasen im Urwald

Während er so erzählt, landet er plötzlich selbst im Urwald als kleiner Hase, der für seine beiden Freunde Pommes holen will. Dort erzählt er einem Löwen, der ihn fressen will, eine weitere Geschichte (stinklangweilig – damit der einpennt), verdonnert ein gefährliches Krokodil schnell “Fritz futtert frische Fritten” zu sagen und erlebt weitere Abenteuer mit einem Elefanten und einem Bären – bis er endlich die gesuchte Frittenbude findet. Wie’s dann weitergeht, wird nicht verraten – denn das sollt Ihr Euren Kids selbst vorlesen ;-)

Fantasie macht Mut

“Pommes im Urwald” von Jochen Mariss und Inga Maria Blinde aus der Grafik Werkstatt ist ein fantasievolles anderes Dschungelbuch. Kinder lernen, dass man sich in der Realität nicht immer alles trauen muss, um anerkannt zu werden. Auch die “leisen” Fähigkeiten, wie die Gabe, spannende Geschichten zu erzählen und sich in diese hinein zu versetzen, zählen. Kleine und große Leser erhalten von Pommes tolle Anregungen, um eigene Geschichten zu erzählen, eine Fantasiereise zu machen oder einfach nur zusammen Spaß zu haben.

Buchinformationen: Jochen Mariss & Inga Maria Blinde – “Pommes im Urwald”, Grafik Werkstatt 2014, ab 4 Jahre

 

Mein kleiner Fisch

Julia Reiter erzählt in ihrem bewusst abstrakt illustrierten Bilderbuch “Mein kleiner Fisch” von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Katze und einem Fisch. Wir durften vorab einen kleinen Ausschnitt veröffentlichen, der Lust auf mehr macht.Mein kleiner Fisch-01 Mein kleiner Fisch-02 Mein kleiner Fisch-03 Mein kleiner Fisch-04

© Auszug aus: Julia Reiter – Mein kleiner Fisch

Julia Reiters Erstlingswerk wurde über die Crowdfunding-Plattform Startnext finanziert.

Klar, dass Mama Ole / Anna lieber hat

Cover: "Klar, dass Mama Ole lieber hat" © Oetinger

Cover: “Klar, dass Mama Ole lieber hat”  © Oetinger

Eifersucht unter Geschwistern – davon kann ich ein Lied singen. Denn gefühlte 1000-mal am Tag gehen sich Lesemaus und Leseratte derzeit an den Kragen und würgen sich in Simpsons-Manier.

Kirsten Boie und Silke Brix haben sich diesem Thema in “Klar, dass Mama Ole / Anna lieber hat” auf witzige und liebevolle Weise angenommen. Und auf besondere Weise: Denn hier handelt es sich um zwei Bücher in einem.

In “Klar, dass Mama Ole lieber hat” beschwert sich Anna darüber, dass Ole immer mitspielen will und alles kaputt macht und Mama Ole viel lieber hat, weil sie ihm “immer mehr Pudding auf den Teller tut als Anna”. Jawoll!

Dreht man das Buch um, ist es der dreijährige Ole in “Klar, dass Mama Anna lieber hat”, der sich darüber aufregt, dass seine große Schwester “Du Wurzelzwerg”” und ” Du Baby!” zu ihm sagt und seine Mama sowieso Anna viel lieber hat, weil sie ihr “immer viel mehr Pudding auf den Teller tut als Ole”.

Eifersucht unter Geschwistern …und Liebe

Doch dann muss Mama kurz mal weg zu ihrer Schwester Christiane, weil deren Schlüssel aus dem Fenster gefallen ist, und lässt ihre beiden “tüchtigen, großen Kinder” allein in der Wohnung zurück. Da merken Anna und Ole plötzlich, dass sie sich brauchen. Ole braucht Anna, weil er sie für unbesiegbar hält und Anna braucht Ole, um sich unbesiegbar zu fühlen. Am Ende kuscheln beide in Mamas Bett und lachen darüber, dass es draußen “dunkel wie im Affenpopo” ist. Als Mama zurückkommt treffen sich die beiden Geschichten auf einer gemeinsamen Doppelseite.

Hilfe in Zeiten des Geschwisterkampfs

“Klar, dass Mama Anna / Ole lieber hat” hilft über die schwierigen Zeiten des Geschwisterkampfs hinweg. Es zeigt den Alltag zweier Geschwister realistisch und kindgerecht auf das jeweilige Alter zugeschnitten. Und: Es ist brüllend komisch, wie die beiden sich in die Wolle kriegen und berührend, wie sie sich trotzdem lieb haben und brauchen.

Kirsten Boie gilt nicht umsonst als “Glücksfall für die deutsche Kinderbuch-Literatur” (NDR) und der Illustratorin Silke Brix gelingt es – wie nur wenigen – derart schwungvoll und witzig zu zeichnen, dass es eine Freude ist.

Buchinformationen:

Kirsten Boie & Silke Brix: Klar, dass Mama Anna / Ole lieber hat, ab 3 und ab 5  Jahre, erschienen im Oetinger Verlag, 2011

Osman, der Angler

Cover "Osman, der Anlger" © Aladin Verlag

Cover “Osman, der Anlger” © Aladin Verlag

Am Meer sein und träumen. Das finden wir gut – Lesemaus, Leseratte und ich. “Osman, der Angler” gehört dabei unbedingt ins Reisegepäck.

Osman fischt, jedoch keine Fische, sondern Dinge, die andere achtlos weggeworfen und vergessen haben. Das müssen die zwei hungrigen Möwen, die mit ihm fliegen und auf Futter hoffen, erst einmal begreifen. Was will der Angler nur mit all dem Plunder?

Osman will ihn sammeln, um aus dem Krempel kleine Kunstwerke zu machen, “Erinnerungen, Träume und zauberhafte Gegenstände”. Diese gibt er an andere Menschen weiter und macht sie glücklich. Am Ende werden dabei sogar die Möwen satt.

Osman, der Angler lädt zum Träumen ein

Das Pappbilderbuch “Osman, der Angler” erzählt poetisch, aber auch witzig – aus der Perspektive der Möwen – wie Osman fischt und fischt und dabei doch keine Fische, sondern Dinge fängt, die er mit Phantasie zu etwas Besonderem macht. Eine Geschichte, die zeigt, dass es im Leben um mehr gehen sollte als darum, einfach nur satt zu werden. In jeglicher Hinsicht.

Anne Hofmann, die Autorin und Illustratorin von „Osman, der Angler“ realisiert für die Hochschule der Künste in Berlin Animationsfilmproduktionen. Das merkt man diesem Bilderbuch an. Denn fast filmisch springen die satt gefärbten und tiefgründigen Zeichnungen dem Betrachter ins Auge. Mitten rein gezogen werden Kinder in dieses raumfüllende Buch, hinein in eine Welt, die sie förmlich anfassen und riechen können.

Buchinformationen:

Anne Hofmann: Osman, der Angler, ab 4  Jahre, erschienen im Aladin Verlag, 2013, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 4-6-Jährige zum Thema “Wasser” vom Mai 2014.

Der kleine Bär und sein kleines Boot

Cover "Der kleine Bär und sein kleines Boot " © Gerstenberg

Cover “Der kleine Bär und sein kleines Boot” © Gerstenberg

Jedes Kind will gern groß werden. Auch Leseratte sagt mir schon jetzt immer deutlich, dass er kein Baby mehr ist, sondern ein Junge.

Wenn aber das Lieblings-T-Shirt plötzlich nicht mehr passt oder die Körpergröße das Schlafen im geliebten Gitterbettchen nicht mehr lange zulässt, fällt der Abschied vom Kleinsein schwer. Genauso geht es dem kleinen Bären im Pappbilderbuch “Der kleine Bär und sein kleines Boot”.

Vom Größerwerden und Abschiednehmen

Schlimm ist es für den kleinen Bären als er feststellt, dass er nicht mehr in sein kleines Boot passt. Denn er hat angefangen zu wachsen. Was soll er nur tun ohne seinen liebsten Spielkameraden, das kleine Boot? Da kommt dem gar nicht mehr so kleinen Bären eine Idee: “Ich muss einen anderen kleinen Bären finden, der mein kleines Boot genauso liebt wie ich!” Und er macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger, der mit seinem kleinen Boot auf dem Waldbeersee herumrudern, Fische fangen und träumen kann.

“Der kleine Bär und sein kleines Boot” erzählt liebevoll vom Größerwerden und Abschiednehmen. Ein Dreamteam sind die Autorin Eve Bunting mit ihren feinfühligen, liebevollen Texten und die preisgekrönte Illustratorin Nancy Carpenter, die der Geschichte mit ihren leichten, warmherzigen Zeichnungen die Bilder verliehen hat.

Buchinformationen:

Eve Bunting, Nancy Carpenter: Der kleine Bär und sein kleines Boot, ab 2  Jahre, erschienen im Gerstenberg Verlag, 2011, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 2-3-Jährige zum Thema “Wasser” vom Mai 2014.

Liebes Kind – Ode eines frustrierten Vaters

Cover Liebes Kind ars editton

Cover “Liebes Kind” © arsEdition

Ich möchte aus dem Haus gehen, aber Lesemaus zieht ihre Schuhe nicht an und Leseratte möchte sowieso viel lieber mit seiner neuen Holzeisenbahn spielen. Im Hof wollen sie eine Nacktschnecke beobachten und unterwegs kommen wir an der Eisdiele einfach nicht weiter – bis ich beiden eine Kugel “Blau” spendiere, die “In”-Sorte des Sommers …

So – und bestimmt noch vielen anderen – ergeht es auch dem Papa in “Liebes Kind – Ode eines frustrierten Vaters”. Kai Lüftner beschreibt darin ironisch in Reimform wie ein Sohn seinen Vater an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringt: Indem er im Treppenhaus schreit, während der Papa unter der Last der Einkäufe fast zusammenbricht. Indem er den Laptop mit bunten Wachsmalstiften anmalt oder mit Tomaten auf den Dielen Ball spielt.

Von der Liebe und dem Wahnsinn des Familienlebens

Chaos, Geschrei, Schmutz und Selbstaufgabe – mit den Situationen des kleinen Pappbilderbuchs können sich wohl alle Kleinkind-Eltern identifizieren, aber auch mit der Liebe, die der Vater in der Ode hinausschreit: “Das Vaterherz in meiner Brust brüllt sich vor Liebe wund, und sie brüllt lauter als der Frust, das reicht ja wohl als Grund.”

“Liebes Kind” eignet sich hervorragend als lustiges Mitbringsel für frustrierte Jung-Väter (und auch -Mütter), um ihnen Trost zu spenden, wenn sie mal durchhängen und etwas zum Lachen brauchen. Auch die lieben Kleinen haben Spaß daran, sich anzugucken, was der findige Junge so alles anstellt. Einziges Manko der Ode: Die teils sehr starken Reime von Kai Lüftner klingen an manchen Stellen etwas holprig und hätten noch einen letzten Schliff verdient. Die Illustrationen von Yayo Kawamura hingegen sind durchgehend ausdrucksstark, witzig und liebevoll.

Buchinformationen:

Kai Lüftner & Yayo Kawamura: Liebes Kind – Ode eines frustrierten Vaters, für nahezu jedes Alter, erschienen bei arsEdition, 2014