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Cover: Das grüne Küken, © NordSüd Verlag

Das grüne Küken

Es lebt ein Gänserich auf einem Hof, der wünscht sich nichts sehnlicher als ein Küken. Doch da die Gänsedame fehlt, ist sein Wunsch nicht so leicht zu erfüllen.

Auf der Suche nach einem Küken

Die Braunhenne will ihm keines ihrer Eier zum Ausbrüten schenken und auch bei der Weiß-, der Schwarz- und der Fleckhenne hat er kein Glück. Traurig will er schon fast aufgeben, da findet der Hund für ihn ein Riesenei am Waldrand. Etwas sonderbar sieht es aus, aber das macht dem Gänserich nichts und er beginnt damit, es auszubrüten.

Das grüne Küken

Und was schlüpft? Ein grünes Küken! Es wächst und gedeiht und eines Tages möchte der Gänserich das grüne Küken, seinen Sohn, den anderen Bauernhofbewohnern vorstellen. Doch die akzeptieren es nicht als Gänseküken. Traurig bemerkt schließlich auch das grüne Küken selbst, dass es ganz anders aussieht als sein Papa.

Die Suche nach dem Vater

Da macht es sich auf die Suche nach seinem vermeintlich “richtigen” Vater. Aber der Frosch ist sein Papa nicht und auch nicht der Fisch oder die grüne Eidechse. Noch trauriger zieht es sich zurück. “Wer würde es lieb haben?” Da hat es plötzlich die rettende und einzig wahre Idee …

Für Toleranz und Achtung

Die Wiener Kinder- und Jugendbuchautorin Adele Sansone hat zusammen mit der Illustratorin Anke Faust ein tröstliches, humorvoll gezeichnetes und sehr liebevolles Bilderbuch erschaffen, das ein hoch aktuelles Thema aufgreift. Ein Papa, der allein ein Kind aufzieht, das nicht von ihm stammt, ihm nicht mal ähnlich sieht. Der es trotzdem unendlich lieb hat und als seinesgleichen akzeptiert. Eine wunderbare Geschichte für mehr Toleranz und Achtung – besonders wichtig in Zeiten von Pegida und Co.

Buchinformation:

Adele Sansone & Anke Faust: Das Grüne Küken, ab 4 Jahre, NordSüd Verlag, 2. Auflage 2010. Das Buch wurde bereist in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Cover "Florian lässt sich Zeit", © Tyrolia

Florian lässt sich Zeit

Inklusion ist in aller Munde und tolle Blogs wie Sonea Sonnenschein und kaiserinnenreich  leisten einen großartigen Beitrag dafür, dass das so bleibt. Jenseits der Debatten ist es wichtig zu sehen, dass es darum geht, nicht nur zu reden, sondern auch etwas zu tun. Darum, nicht nur Plätze für “Inklusionskinder” an Schulen zu schaffen, sondern ein aktives Miteinander zu leben, in dem jeder so sein kann, wie er ist. Ich habe im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Einrichtung für schwerst-mehrfach-behinderte Erwachsene gearbeitet und das wichtigste, was ich dabei gelernt habe, war: Egal welche Behinderung jeder einzelne hatte, er war ein Mensch. Ein Mensch wie du und ich – mit alltäglichen Sorgen und Nöten. Das Problem hatten oft mehr die angeblich “Normalen.”

Das hat sich vielleicht auch Adele Sansone gedacht, als sie das Bilderbuch “Florian lässt sich Zeit” geschrieben hat.

Eine Geschichte zum Down-Syndrom

"Florian lässt sich Zeit" © Adele Sansone

“Florian lässt sich Zeit” © Adele Sansone

Florian und sein jüngerer Bruder Peter gehen zusammen in den Kindergarten. Florian “ist ein besonders Kind – ein Kind mit Down-Syndrom, wie die Erwachsenen sagen.” Als alle schon Ball spielen, ist er noch nicht im Gruppenraum. Als alle konkrete Bilder malen, malt er nur einen roten Kreis und stottern tut er auch. Darüber machen sich manche Kinder lustig. Sein Bruder und die Erzieherin aber sagen einfach nur “Florian lässt sich Zeit”. Zeit mit dem Spielen, mit dem Malen, mit dem Reden.  Doch nicht alle verstehen, dass er nicht alles so kann wie sie.

Nur Florian spielt nicht mit © Adele Sansone

Nur Florian spielt nicht mit © Adele Sansone

Als die Kinder draußen spielen, macht er deshalb nicht mit. Doch dann fällt Lisa hin und er eilt zu ihr, um sie zu trösten. Da merken die anderen, dass es nicht nur nervt, sich Zeit zu lassen, sondern dass es ganz toll ist, wenn einer sich Zeit nimmt, um die Tränen eines anderen zu trocknen. Florian ist nicht wie alle anderen. Aber das auch und vor allem im positiven Sinne!

Behinderung ist keine Krankheit

Adele Sansone erzählt eine einfühlsame Geschichte darüber, dass das Down-Syndrom nicht nur negative Seiten, wie Entwicklungsverzögerungen, hat, sondern auch ganz besondere Stärken und ganz besonders liebevolle und liebenswerte Menschen hervorbringt. Die Zeichnungen im Aquarellstil hätten an mancher Stelle noch etwas Feinschliff vertragen, aber der Inhalt stimmt und zeigt wunderbar, dass Behinderung keine Krankheit ist und jeder Mensch als derjenige akzeptiert werden sollte, der er ist. Das Buch erscheint demnächst auch in China.

Lesemaus und Leseratte werden auf eine Schule gehen, die seit vielen Jahren Kinder mit und ohne Behinderung erfolgreich zusammen unterrichtet. Im angegliederten Hort arbeiten auch einige behinderte Erzieher und Erzieherinnen, deren Arbeitsplatz auf ihr jeweiliges “Handicap” ausgerichtet ist. Inklusion sollte bedeuten, dass jeder einen Anspruch auf einen Platz in der Gesellschaft hat, auch nach der Schulzeit.

Buchinformationen:

Adele Sansone: Florian lässt sich Zeit, Verlagsanstalt Tyrolia 2012, ab 4 Jahre