Papa auf dem Spielplatz © Stefanie Roloff

Papa auf dem Spielplatz

Noch immer sind Spielplätze Frauendomänen, Männer sind hier weitaus seltener zu sehen. Doch wie sind sie eigentlich so, die modernen Papas, wenn sie dann doch mal mit ihrer Anwesenheit glänzen? Der Versuch einer Typisierung.

Der Feierabendpapa

Kommt im Anzug mit glänzenden Slippern, um seine Familie am Spielplatz abzuholen. Gibt noch kurz Anschwung beim Schaukeln und lädt im Anschluss die Seinen beim Inder um die Ecke zu Mango Lassi und Chicken Korma ein.

Der Weekender, Typ 1

Ins Spiel vertieft sitzt er im Sand und gräbt zusammen mit seinem Nachwuchs tiefe Löcher. Die Haare kleben ihm an der schweißnassen Stirn. Dass seine Hose beim Graben etwas zu tief gerutscht ist, ist ihm egal. Nach gefühlten 100 Seilbahnfahrten, einem Wettlauf über den Spielplatz und einem Rutschwettbewerb kehrt er müde, aber überglücklich zurück zu seiner Frau, die sich in der Zwischenzeit eine Pediküre und eine Entspannungsmassage gegönnt hat.

Der Weekender, Typ 2

Mit Smartphone bewaffnet sitzt er in Caprihose am Rand des Spielplatzes, zum Beispiel auf einem abgesägten Baumstamm und checkt minütlich die Fußballergebnisse. Seine Frau kümmert sich währenddessen um die vergnügungswilligen Kinder – wie sie es auch während der Woche tut. Zwischendurch reicht er Erfrischungsgetränke und hilft dem Nachwuchs beim Pippimachen, das Handy immer im Blick, er könnte ja was verpassen.

Der Spielplatzmuffel

Am Strand im Urlaub gräbt er mit bloßen Händen komplizierte Tunnelanlagen, deren mutwillige Zerstörung durch Tochter oder Sohn er mit Adleraugen zu verhindern sucht. In heimischen Gefilden ist er nur selten bis nie auf Spielplätzen anzutreffen. Das kindliche Buddeln entspricht einfach nicht seinem Niveau.

Der Drillsergeant

Seine Glatze, auf der eine Sonnenbrille steckt, hat er sorgfältig rasiert, um sein wahres Alter zu verbergen. Er ist alles, nur keine Memme und das soll sein Sohn gefälligst auch nicht sein. „Du schaffst das! Das macht doch Spaß!“ ruft er auf’s Klettergerüst hinauf, wo der verängstigte Sohnemann an der Rutsche steht und sich einfach nicht nach unten traut. „Guck mal, der Junge vor Dir ist viel kleiner und er ist schon viermal gerutscht!“ Es hilft alles nichts! An der Hand vom Papa wird der kleine Angsthase schließlich sanft hinabgeleitet. Auch die Herzen von Drillsergeants sind manchmal weich!

Der Elternzeit-Papi

Zugegeben, ein wenig verloren sieht er schon aus, der Elternzeit-Papi, wie er da vormittags zwischen all den Müttern auf dem Spielplatz sitzt. Aber besonders fürsorglich ist er. Selbst bestens geschützt mit Basecap und Sonnencreme achtet er darauf, dass bei den Kleinen der Sonnenhut nicht verrutscht und stündlich nachgecremt wird. Gestresste Mütter finden in ihm einen entspannten Zuhörer für ihre Sorgen. Schade, dass wir unseren Liebsten dabei nicht beobachten können, weil wir dann schon wieder im Büro sitzen.

Fazit: Liebe Männers, macht doch nicht so einen Wind um Eure Spielplatzbesuche. Bleibt locker – wir sind’s: Eure Frau und Kinder, wenn das Terrain auch fremd zu sein scheint. Seid mutig, erobert die Spielplätze auf Eure Weise und wir werden damit aufhören, Euch zu typisieren und uns freuen, wenn der frisch aufgetragene Nagellack an unserem Flip-Flop-besetzten Schuh einmal weniger in Mitleidenschaft gezogen wird.

Und zurück zuhause? Da könntet Ihr nach dem erfolgreichen Anmischen von Matsche-Pampe auf dem Spielplatz auch mal die Waschmaschine erobern und nicht nur den Geschirrspüler. Aber das ist eine andere Geschichte …

Buchtipp:

Robert Richter/Eberhard Schäfer:
Das Papa-Handbuch. Alles, was Sie wissen müssen zu Schwangerschaft, Geburt und dem ersten Jahr zu dritt, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag

Ein Gedanke zu „Papa auf dem Spielplatz

  1. Pingback: Lüftner & Kawamura: Liebes Kind

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere