Momsrock

#MOMSROCK oder “Was ich wirklich gut gemacht habe!”

In der fünften Klasse habe ich mich in der Schul-Disko bei “We will rock you” von Queen auf den Boden gekniet, um mit beiden Händen lautstark mitzuklatschen. Heute knie ich mich nieder, um Schuhe zu binden, alte Kekskrümel unter dem Sofa hervorzuholen, um zu trösten, Haare zu ordnen und Jacken zu schließen. Die neue Spezies, die ich anbete, sind meine Kinder. Und auch wenn sie mich oft an den Rand des Wahnsinns bringen, sie rocken meine Hütte und mein Leben. Aber rocke ich auch?

Vom Enten füttern und Anhimmeln

Leseratte (fast 3) antwortete auf die Frage, was ich denn gut mache: “Die Enten mit Brot füttern!” Nur leider haben wir seid sehr langer Zeit keine Enten mehr gefüttert, denn es war ja Sommer. Aber vielleicht hat das letzte Mal bei ihm einen besonders guten Eindruck gemacht, zumal er das meiste von den trockenen Brötchen selbst aufgegessen hatte. Lesemaus (5) sagte schlicht und einfach: “Alles!” Da wurde es mir ganz warm ums Herz. Aber – to be honest – so richtig nachempfinden konnte ich das nicht, sondern ich dachte: “Na ja, noch sind sie klein und himmeln mich an, egal was ich tue!”

Was mache ich eigentlich gut?

Da habe ich mir mal die Frage gestellt, was ich eigentlich gut mache und bin Lucie Marshall sehr dankbar für ihre Blogparade, denn wann fragt man sich das als Mutter eigentlich überhaupt mal?

10 Dinge, die ich in letzter Zeit als Mama wirklich gut gemacht habe

Hier meine persönliche Liste der Top Ten der Dinge, die ich in letzter Zeit richtig gut gemacht habe:

1. Ich habe meine Tochter als böse Fee und meinen Sohn als Fledermaus verkleidet laut kreischend bei ihrem Halloween-Rundgang begleitet und dabei sogar etwas Neues über den Reformationstag gelernt.

2. Ich habe mich nach über 15 Jahren das erste Mal wieder auf’s Pferd geschwungen, um später einmal mit meiner Tochter zusammen auszureiten, und hätte mir dabei fast den Hals gebrochen.

3. Ich habe von Fischstäbchen über Nudeln mit Pesto bis hin zu Pfannkuchen mit Zucker vieles gekocht, was vor allem meine Kinder mögen – und ab und zu mal was Gesünderes ;-).

4. Ich bin fast jeden Morgen mit verbogenem Rücken aufgewacht, weil sich ein kleines Wesen in unser Bett geschlichen hat und ich mich verdreht hingelegt habe, um ein ängstliches Händchen zu halten.

5. Ich habe Lieblingsbücher, wie “Alles über Dinosaurier” oder “Filly Princess Magic – Eine Feier für Crystal (oder “Mamas persönliche Folterkammer”)” zum gefühlt 100.000. Mal vorgelesen und im Auto “Conny ist krank” und “Der kleine Eisbär” in Dauerschleife gelauscht.

6. Ich bin wild durch die Wohnung gehopst und habe mich mit meinen Kindern kichernd im Kreis zur Musik MEINER Wahl gedreht, die ihnen dann doch irgendwie gefallen hat.

7. Ich habe meine Tochter zu ihrer Lieblingsballettlehrerin in ihren Lieblingsballettkurs gebracht, auch wenn die anderen Mütter dort nur darüber reden, wie erfolgreich ihre Kinder mal sein werden und jetzt schon sind. Mein Sohn ging parallel dazu mit mir zusammen zum Kinderturnen zu seiner “Minnemonika (Monika)” und der Geräuschpegel war ohrenbetäubend.

8. Ich habe sie tagein tagaus getröstet, umfangen, bekuschelt und ermutigt, wenn ihnen etwas weh tat und sie Kummer hatten und mich mit ihnen zusammen über die kleinen Dinge des Lebens gefreut, zum Beispiel über ein Eichhörnchen auf der Terrasse.

9. Ich habe ihnen zugehört, wenn sie mir die Geschichten ihrer kleinen Welt erzählten, über Bagger und Zauberfeen plauderten, und dabei mit jedem Mal etwas Neues dazugelernt.

Und zu guter Letzt etwas Pathos:

10. Ich habe sie über alles geliebt und tue es jeden Tag mehr und würde jederzeit alles tun, um sie zu beschützen.

Mensch, da ist mir doch mehr eingefallen als ich dachte und hey: Es hat echt gut getan, mal darüber nachzudenken, was ich als Mutter gut gemacht habe und nicht, was schlecht. Und ich bin gar nicht rot geworden vor Lobhudelei, sondern sogar ein bisschen stolz und ein bisschen zufriedener. Und das sollten alle Mütter mal ausprobieren, wenn sie wieder darüber nachdenken, warum ihr Kind noch nicht bis Hundert zählen oder die Schuhe allein zubinden kann.

3 Gedanken zu „#MOMSROCK oder “Was ich wirklich gut gemacht habe!”

  1. Pingback: Heute gelesen: Das habe ich gut gemacht! #momsrock - Alleinerziehend? - Erfolgreich!

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