Archiv der Kategorie: Lesealter 2 – 3

Hier findet Ihr tolle Kinderbücher für das Lesealter 2 bis 3 Jahre.

Cover Hildegard das dicke Huhn c arsedition

Hildegard, das dicke Huhn, hat vor Ostern viel zu tun

Der Osterhase hat Eier bestellt. Viele Eier. Hildegard, das dicke Huhn hat die Oberaufsicht übers Eierlegen und sie ist empört, denn ihre 13 Hühner sind einfach zu verrückt: Ostern kümmert sie gar nicht!

Hildegard und ihre Tricks

Da überlegt sich Hildegard jeden Tag etwas Neues, um die Hühner zum Eierlegen zu bewegen, wie die feste Eierlegezeit oder das Wettlegen auf der Wiese. Eierlegetag folgt auf Eierlegetag – mal mehr mal weniger von Erfolg gekrönt. Das macht Hildegard sehr müde, hühner-, äh, hundemüde. Darum überlegt sich die Hühnerschar, ihr nun doch so richtig zu helfen und am Ende haben sie einen Korb voller hübscher Lust- und Launeeier, schneeweißer Eier, klitzekleiner Eier, prächtiger Eiern, Überraschungseier, ein paar brauner Eier und mit einem dicken Ei. Was wohl der Osterhase daraus macht?

Hübsches Wimmelbuch zu Ostern

In “Hildegard das dicke Huhn, hat vor Ostern viel zu tun” wimmelt es nur so von Hühnern und Eiern. Prächtig bunt und einladend kommen die detailreichen Illustrationen von Katja Mensing daher und ergeben zusammen mit der Geschichte von Sabine Cuno ein kleines Osterschätzchen für so manches Körbchen.

Buchinformationen: Sabine Cuno/Katja Mensing: Hildegard, das dicke Huhn, hat vor Ostern viel zu tun, arsEdition 2015, ab 3 Jahre

Wir verlosen ein Exemplar des Buches! Verratet uns doch einfach in den Kommentaren, welcher Osterbrauch für Euch der wichtigste ist. Die Verlosung läuft bis Donnerstag, den 24.3.2016. Also schnell mitmachen! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Cover Reggaehase Boooo

Der Reggaehase BOOOO und der gute Ton

“Wir sind SAAAT und wir lieben Salat!” – erinnert Euch das nicht an irgend so eine Berliner Band? Neeee! Der Reggaehase BOOOO mit vier O und seine Bandkumpanen Peter Fuchs und Herbie Heuler sind einzigartig und ihr erstes eigenes Lied (siehe oben) ist es auch!

Die Band Saaat

Die Band SAAAT

Die Band "Saaat"Die schwarze Wolke

Bei der Bandprobe

Bei der Bandprobe

Während das Reggae-Trio mal wieder in seinem unterirdischen Keller ein Lied mit einem “Dicken Zeh” ;-) probt, passiert draußen etwas Schreckliches. Eine dicke schwarze Wolke zieht auf und verdunkelt den Himmel. Als die drei nach draußen treten, sind alle Tiere im Reggaewald in einen tiefen Schlaf gefallen. Auch ihre süße Freundin, der Hase Josi, lässt sich nicht wieder wach küssen.

Alle sind eingeschlafen

Alle sind eingeschlafen

Der weise Skavogel weiß was

Da rufen die drei den mystischen Skavogel, der vermutet, dass die böse Hexe Babylonia dahinter steckt, aber auch nichts Genaues weiß, weil er im Mentogebirge auf Familienbesuch war. Er rät ihnen, die Plapperschlangen in der Plapperschlangenpappel zu befragen. Die plappern alle schrecklich durcheinander, lassen sich aber ganz gut verstehen, wenn sie singen. Vom “Buch der Könige” singen sie.

Das “Buch der Könige” und der gute Ton

Die Freunde machen sich also auf die Suche nach besagtem Buch und finden es in der Bibliothekshalle des königlichen Palastes. Dort lesen sie, dass nur der “gute Ton” den Fluch lösen kann und schaffen es erst zu dritt und schließlich gemeinsam mit den anderen Tieren des Waldes die Hexe Babylonia mit Hilfe der Musik zu besiegen. Am Ende gibt’s … Am Ende gibt’s – na was wohl? Ein Reggae-Konzert!

Für kleine und große Reggaefans

Der “Reggaehase BOOOO und der gute Ton” ist ein echter Geheimtipp für kleine und große Reggaefans. Irre witzig, wie die Band SAAAT das Songmaterial von SEEED verwurstet (Lesemaus und Leseratte wollen das immer wieder hören und wir Erwachsenen auch.) Die Geschichte ist herrlich schräg und cooool. Die Zeichnungen des Illustrators Lukasz Rusinek bestechen vor allem durch ihre eindrücklichen Farben.

Aber was wäre das Buch ohne die begleitende Audio-CD, auf der Sprecher Dr. Ring Ding mit wunderbar verlebter Musikerstimme die Geschichte erzählt und die Begleitmusik der Band SAAT, äh Yellow Umbrella zu hören ist. Die 1994 in Dresden gegründete Band hat den Reggaehasen Boooo erfunden und immer sonntags nach dem alljährlichen Dresdner Reggaefestival live aufgeführt. Daraus sind die Geschichten von Boooo entstanden, von denen es mittlerweile drei gibt. Nicht nur ein tolles Geschenk für Weihnachten!

Buchinformationen:

Jens Strohschnieder: Der Reggaehase BOOOO und der gute Ton, mit Audio-CD, ab 3 Jahre, 2015

Cover: Der neugierige Garten, © Bohem Verlag

Der neugierige Garten

Lesemaus, Leseratte und ich lieben unsere Terrasse. Jetzt wo der Frühling ruft und draußen die Vögel wie irre zwitschern, haben wir schon so einiges gepflanzt. Narzissen, Hyazinthen, Tagetes blühen auf dem Balkon. Kleine Tomatenpflänzchen und Sonnenblumen sprießen drinnen auf dem Fensterbrett.

Pflanzen wider die Tristesse

Was gibt es Schöneres als an einem grauen Tag seine Blumen zu begutachten, hier ein altes Blütenblättchen zu entfernen und da ein bisschen zu düngen und zu gießen? Für Liam ist das nicht selbstverständlich. In Peter Browns Bilderbuch “Der neugierige Garten” gibt es eine Stadt “ohne Gärten, ohne Bäume, ja gänzlich ohne das kleinste bisschen Grün.” Trostlos, oder? Bis Liam, der gerne draußen ist, eines Tages auf die alte Hochbahntrasse steigt und ein kleines Fleckchen mit Wildblumen und Pflanzen entdeckt. Fast am Eingehen sind sie. Liam nimmt sich ihrer an, gießt sie, schneidet sie zurück und wird mit der Zeit ein richtiger kleiner Gärtner.

Urban Gardening für Kleine

Und schwupps: Plötzlich ist die ganze Bahntrasse voll mit kleinem Unkraut, Mosen und lieblicheren Pflanzen. Da kommt der Winter und mit ihm verschwindet die Pracht. Doch Liam gibt nicht auf und im nächsten Frühling beginnt sein Garten sich auf die Reise zu machen. Hinein in die triste, graue Stadt. Und das beste: Liam ist nicht mehr allein! Viele neue kleine Gärtner haben sich ihm angeschlossen, um ihr Wohnumfeld zu begrünen. Am Ende ruft die Utopie der grünen Stadt.

Das Eisenbahnviadukt im Westteil Manhattans als Vorbild

Der Autor Peter Brown konnte es sich nicht vorstellen, dass aus Beton, Stein und Stahl Pflanzen wachsen können, bis er entdeckte, dass die Natur sich vieler undenkbarer Orte bemächtigt.

Ein altes Eisenbahnviadukt im Westteil Manhattans diente ihm als Inspiration für das Bilderbuch. Denn als er die wild bewachsene ehemalige Highline sah, begann er darüber nachzudenken, was denn passieren würde, wenn man sich dazu entschiede, eine ganze Stadt zu begrünen: “Womit würde es beginnen?”

Der Bohem Verlag steht für wunderschön illustrierte Bücher in edler Aufmachung. Ich liebe es, über den schönen Leinen-Einband von “Der neugierige Garten” zu streichen. Die Sprache ist manchmal ein bisschen zu sehr an der Erwachsenenwelt orientiert, aber die Message des Buches kommt rüber und regt nicht nur die Großen zum Nachdenken an.

Der Frühling ruft! Urban Gardening rocks!

Warum wir noch keinen Kleingarten haben, lest ihr hier: Normcore sein wie Ryan Gosling?

Buchinformationen:

Peter Brown: Der neugierige Garten, ab 3 Jahre, Bohem Verlag 2014

Sonea Sonnenschein

“Kinderbücher … keiner liebt sie hier so sehr, wie ich selbst”

Und mal wieder ein wunderbarer Gastbeitrag! Diesmal von der Powerfrau Katharina von Sonea Sonnenschein über die Liebe zu Büchern, Vorschulkinder, die sich für zu groß halten, um Bücher vorgelesen zu bekommen (das kenne ich auch), den Grüffelo, Bobo Siebenschläfer und das Märchenerzählen … Viel Spaß beim Lesen!

Kinderbücher … keiner liebt sie hier so sehr, wie ich selbst. Ich könnte Stunden in der Buchhandlung zubringen, vor allem in der Kinderbuchabteilung. Vielleicht schreib ich ja selbst eins. Irgendwann. Wenn die Kinder groß sind.

Meine Kinder sind leider in ihrer Buchauswahl sehr wählerisch und bevorzugen grundsätzlich die Bücher, die ich nach gefühlten 968 Malen (in diesem Jahr) nicht mehr lesen mag. Aber das ist eine andere Geschichte …

In den letzten Wochen und Monaten fand der Sonnenschein Bücher vorgelesen zu bekommen plötzlich doof. Das traf sich einerseits ganz gut, denn ich fand Conni mittlerweile auch ziemlich nervig und kannte die Geschichten schon in und auswendig … der Sonnenschein auch. Und weil sie ja „ein großes Mädchen“ ist und nicht zuletzt ein Vorschulkind, tat sie so, als würde sie ihre Conni-Geschichten selbst lesen. Manchmal musste ich mich echt zusammenreißen nicht laut loszulachen … es war einfach zu süß!

Das Löwenkind ist da ganz anders als seine große Schwester. Er liebt sein Baggerbuch, er begeistert sich jeden Tag aufs Neue für den Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat und ruft jedes Mal laut vergnügt „Wauwau! Hund!“ und die kleine Maus vom Grüffelo ist seine wahre Heldin. Das Löwenkind hört gebannt den Geschichten von Bobo Siebenschläfer zu, genau so wie seine Schwester, als sie noch ein „kleines Mädchen“ war und ist immer ganz andächtig, wenn ich ihm die Heule Eule vorlese. Eigentlich schleppt er mir ständig irgendwelche Bücher an, die vorgelesen werden müssen …  oder aber einfach die Bilder geschaut werden sollen… händchenhaltend, angekuschelt, herzerwärmend.

Heute Abend wollte das Löwenkind vor dem Einschlafen noch einmal durch den Moritz Moppelpo durchblättern. Heute Morgen musste unbedingt sein Buch mit den Tierlauten mit aus dem Haus.

Aber auch für den Sonnenschein darf ich wieder zur Geschichtenerzählerin werden. Märchen sind gerade schwer angesagt. Hänsel und Gretel ganz besonders. Ich verstehe das, einerseits. Als Kind habe ich auch Märchen geliebt und heute noch spiegeln sie viele Erinnerungen meiner Kindheit. Gerade jetzt im Herbst ist Märchenzeit. Andererseits … wenn man selbst Kinder hat, findet man plötzlich all diese Geschichten mit der Hexe und dem bösen Wolf zu gruselig für das eigene Kind. Wahrscheinlich wäre ich gar nicht selbst auf die Idee gekommen, meinem Kind all diese Grimmschen Märchen vorzulesen, wenn nicht ihre Kitagruppe das Thema als Jahresthema gewählt hätte. Und noch nie habe ich den Sonnenschein so interessiert einer Geschichte lauschen gesehen wie bei den Märchen (und die befürchteten Albträume bleiben aus). Vielleicht gehe ich ja in einem anderen Post noch etwas intensiver auf den pädagogischen Aspekt von Märchen ein.

Wir danken Dir, liebe Katharina, für diesen tollen Blogbeitrag und wünschen Dir, Deiner Familie und vor allem Sonea Sonnenschein alles Gute. Macht so weiter, Ihr seid toll!

Klar, dass Mama Ole / Anna lieber hat

Cover: "Klar, dass Mama Ole lieber hat" © Oetinger

Cover: “Klar, dass Mama Ole lieber hat”  © Oetinger

Eifersucht unter Geschwistern – davon kann ich ein Lied singen. Denn gefühlte 1000-mal am Tag gehen sich Lesemaus und Leseratte derzeit an den Kragen und würgen sich in Simpsons-Manier.

Kirsten Boie und Silke Brix haben sich diesem Thema in “Klar, dass Mama Ole / Anna lieber hat” auf witzige und liebevolle Weise angenommen. Und auf besondere Weise: Denn hier handelt es sich um zwei Bücher in einem.

In “Klar, dass Mama Ole lieber hat” beschwert sich Anna darüber, dass Ole immer mitspielen will und alles kaputt macht und Mama Ole viel lieber hat, weil sie ihm “immer mehr Pudding auf den Teller tut als Anna”. Jawoll!

Dreht man das Buch um, ist es der dreijährige Ole in “Klar, dass Mama Anna lieber hat”, der sich darüber aufregt, dass seine große Schwester “Du Wurzelzwerg”” und ” Du Baby!” zu ihm sagt und seine Mama sowieso Anna viel lieber hat, weil sie ihr “immer viel mehr Pudding auf den Teller tut als Ole”.

Eifersucht unter Geschwistern …und Liebe

Doch dann muss Mama kurz mal weg zu ihrer Schwester Christiane, weil deren Schlüssel aus dem Fenster gefallen ist, und lässt ihre beiden “tüchtigen, großen Kinder” allein in der Wohnung zurück. Da merken Anna und Ole plötzlich, dass sie sich brauchen. Ole braucht Anna, weil er sie für unbesiegbar hält und Anna braucht Ole, um sich unbesiegbar zu fühlen. Am Ende kuscheln beide in Mamas Bett und lachen darüber, dass es draußen “dunkel wie im Affenpopo” ist. Als Mama zurückkommt treffen sich die beiden Geschichten auf einer gemeinsamen Doppelseite.

Hilfe in Zeiten des Geschwisterkampfs

“Klar, dass Mama Anna / Ole lieber hat” hilft über die schwierigen Zeiten des Geschwisterkampfs hinweg. Es zeigt den Alltag zweier Geschwister realistisch und kindgerecht auf das jeweilige Alter zugeschnitten. Und: Es ist brüllend komisch, wie die beiden sich in die Wolle kriegen und berührend, wie sie sich trotzdem lieb haben und brauchen.

Kirsten Boie gilt nicht umsonst als “Glücksfall für die deutsche Kinderbuch-Literatur” (NDR) und der Illustratorin Silke Brix gelingt es – wie nur wenigen – derart schwungvoll und witzig zu zeichnen, dass es eine Freude ist.

Buchinformationen:

Kirsten Boie & Silke Brix: Klar, dass Mama Anna / Ole lieber hat, ab 3 und ab 5  Jahre, erschienen im Oetinger Verlag, 2011

Der kleine Bär und sein kleines Boot

Cover "Der kleine Bär und sein kleines Boot " © Gerstenberg

Cover “Der kleine Bär und sein kleines Boot” © Gerstenberg

Jedes Kind will gern groß werden. Auch Leseratte sagt mir schon jetzt immer deutlich, dass er kein Baby mehr ist, sondern ein Junge.

Wenn aber das Lieblings-T-Shirt plötzlich nicht mehr passt oder die Körpergröße das Schlafen im geliebten Gitterbettchen nicht mehr lange zulässt, fällt der Abschied vom Kleinsein schwer. Genauso geht es dem kleinen Bären im Pappbilderbuch “Der kleine Bär und sein kleines Boot”.

Vom Größerwerden und Abschiednehmen

Schlimm ist es für den kleinen Bären als er feststellt, dass er nicht mehr in sein kleines Boot passt. Denn er hat angefangen zu wachsen. Was soll er nur tun ohne seinen liebsten Spielkameraden, das kleine Boot? Da kommt dem gar nicht mehr so kleinen Bären eine Idee: “Ich muss einen anderen kleinen Bären finden, der mein kleines Boot genauso liebt wie ich!” Und er macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger, der mit seinem kleinen Boot auf dem Waldbeersee herumrudern, Fische fangen und träumen kann.

“Der kleine Bär und sein kleines Boot” erzählt liebevoll vom Größerwerden und Abschiednehmen. Ein Dreamteam sind die Autorin Eve Bunting mit ihren feinfühligen, liebevollen Texten und die preisgekrönte Illustratorin Nancy Carpenter, die der Geschichte mit ihren leichten, warmherzigen Zeichnungen die Bilder verliehen hat.

Buchinformationen:

Eve Bunting, Nancy Carpenter: Der kleine Bär und sein kleines Boot, ab 2  Jahre, erschienen im Gerstenberg Verlag, 2011, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 2-3-Jährige zum Thema “Wasser” vom Mai 2014.

Schluss mit Kuss!

Cover "Schluss mit Kuss!" © Beltz & Gelberg

Cover “Schluss mit Kuss!” © Beltz & Gelberg

Sind kleine Kinder nicht zum Küssen süß? Ja, das sind sie und man könnte immer an ihnen herumknutschen. Auch Leseratte ist mit seinen zwei Jahren zum Anbeißen. Aber immer öfter höre ich nun: “Mag nis, Mama!”, wenn ich ihn zu überschwänglich küsse.

In Emma Chichester Clarks Bilderbuch “Schluss mit Kuss!” beschäftigt sich ein kleiner Affe mit der Frage, warum sich denn eigentlich alle küssen – vor allem die Mamas ihre Babys. Besonders schlimm findet er es, von Leuten geküsst zu werden, die er kaum kennt. Und dann gibt es auch noch zu jedem Anlass verschiedene Küsse: Den “Guten Tag!-Kuss”, den “Auf Wiedersehen!-Kuss”, den “Guten Morgen-” und den “Gute-Nacht-Kuss” und wie sie nicht alle heißen.

Dem kleinen Affen reicht es und er plädiert deshalb für ein sofortiges Kussverbot. Doch keiner hält sich daran und als das Äffchen einen kleinen Bruder bekommt, noch weniger. Da passiert es plötzlich auch ihm: Er küsst sein Geschwisterchen!

“Schluss mit Kuss!” ist wie der nette, kleine Bruder von Tomi Ungerers “Kein Kuss für Mutter” (ab 5 Jahre). Die farbenfrohen, zarten Zeichnungen bringen den Kleinsten auf fröhliche Weise das Thema Liebe und den Umgang mit ihr näher. Das Ende ist einfach rührend – besonders für sentimentale Mamis. (Seid Ihr auch so sentimental, seid Ihr Kinder habt?) Leserattes Fazit zum Bilderbuch: Ein zart gehauchtes “Soo schööön!”. Vielleicht darf ich ihn jetzt wieder öfter küssen, auch wenn er keinen kleinen Bruder, sondern “nur” eine große Schwester hat.

Buchinformationen:

Emma Chichester Clark: Schluss mit Kuss!, ab 3 Jahre, erschienen im Beltz & Gelberg Verlag, 2014, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 2-3-Jährige zum Thema “Liebe” vom April 2014.

Oster-Spezial Stefanie Roloff

Buchgeschenke zu Ostern: Hase mal fünf

Schokoeier, Schokohasen – Schoko, Schoko, Schoko? Damit im Nest nicht nur Schokolade landet, sondern auch geistige Nahrung: Hier für Euch fünf Hasenbücher als Geschenkideen fürs Osterfest.

Der Klassiker: Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?

Cover "Weißt du eigentlich, wie lieb ich die hab?" © Sauerländer Verlag

Cover “Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?” © Sauerländer Verlag

Kleiner Hase und großer Hase machen vor dem Zu-Bett-gehen einen Wettstreit. Jeder versucht den anderen mit Liebesbekundungen zu übertreffen, bis der kleine Hase sagt: “Ich hab Dich lieb bis zum Mond” und das kann wirklich keiner toppen.

Dieses Bilderbüchlein gehört eigentlich in jedes Kinderzimmer. Denn mit kaum einem Buch lässt sich so schön erklären, wie lieb man sich hat.

Die Einschlafhilfe: Kaninchen ist sooo müde

Cover "Kaninchen ist sooo müde" © Beltz & Gelberg

Cover “Kaninchen ist sooo müde” © Beltz & Gelberg

Kaninchen möchte einfach nur schlafen – doch der Bär schwingt den Hammer, die Mäuseband gibt ein Konzert, der Fuchs hackt Holz und die Schildkröte betätigt die Fahrradklingel. Am Ende finden alle gemeinsam eine Lösung gegen die Schlaflosigkeit …

Dieses Bilderbuch mit Fenstern und Türen zum Aufklappen geleitet kleine Lesemäuse und Leseratten liebevoll in den Schlaf.

 

Der Mutmacher: Rosi in der Geisterbahn

Cover "Rosi in der Geisterbahn" © Beltz & Gelberg

Cover “Rosi in der Geisterbahn” © Beltz & Gelberg

Rosi hat schreckliche Angst vor Monstern und wird von Alpträumen geplagt. Ein Traumspezialist empfiehlt ihr ein Buch über den Umgang mit Monstern und sie sich ihrer Furcht in der Geisterbahn.

Das sehr kindgerecht gezeichnete Bilderbuch von Philip Waechter macht kleinen Hasenfüßen Mut und löst die Monsterangst in Luft auf.

 

 

Der Vorlese-Liebling: Karlchen-Geschichten

Cover "Karlchen-Geschichten" © Hanser Verlag

Cover “Karlchen-Geschichten” © Hanser Verlag

Karlchen hat – wie jedes Kleinkind und jeder kleine Hase – seine ganz eigene Sicht auf die Welt. Im Winter will er, dass Sommer ist, Möhrchen malt er blau und zum Geburtstag will er tausend Leute einladen.

Die kurz und knackig, aber auch einfühlsam und philosophisch geschriebenen Karlchen-Geschichten eignen sich wunderbar zum abendlichen Vorlesen.

Das empfohlene Lesealter beträgt 3 Jahre, aber auch darüber hinaus liefern die Geschichten viel Stoff zum Nachdenken und darüber sprechen.

 

Die Provokation: Pipikack

Cover “Pipikack” © Moritz Verlag

Simon antwortet auf alle Fragen und Bitten immer nur mit dem Ausruf “Pipikack” – bis ihn eines Tages der Wolf frisst und sein Vater ihn retten muss. Daraus scheint er gelernt zu haben, denn er drückt sich plötzlich nur noch sehr gewählt aus.

Doch bereits kurze Zeit später ist alles vergessen und sein neues Lieblingswort ist “Pups”.

Pädagogisch wertvoll ist “Pipikack” keinesfalls, aber es entspannt den Pipi-Kack-Pups-Alltag mit Kleinkind, der wohl den meisten Eltern kein Fremdwort sein dürfte.

Buchinformationen:

Sam McBratney & Anita Jeram: Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?, ab 3 Jahre, erschienen im Sauerländer Verlag, 15. Auflage 2008

Axel Scheffler & Julia Donaldson: Kaninchen ist sooo müde, ab 3 Jahre, erschienen im Verlag Beltz & Gelberg, 2000

Philip Waechter: Rosi in der Geisterbahn, ab 3 Jahre, erschienen im Verlag Beltz & Gelberg, 2005

Rotraut Susanne Berner: Karlchen-Geschichten, ab 3 Jahre, erschienen im Hanser Verlag, 2003

Stephanie Blake: Pipikack, ab 3 Jahre, erschienen im Moritz Verlag, 2013

Wir wünschen Euch und Euren Kindern viel Spaß beim Suchen, Finden und Lesen der vorgeschlagenen Bücher. In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Die lustige Grille

Cover "Die lustige Grille" © leiv Leipziger Kinderbuchverlag

Cover “Die lustige Grille” © leiv

Leseratte liebt Musik. In der Ballettstunde von Lesemaus steht er häufig – lustig mit dem Kopf wackelnd – vor der Tür zum Tanzsaal, wenn von drinnen klassische Klänge nach draußen getragen werden. Das Bilderbuch „Die lustige Grille“ erzählt von dieser Liebe. Einer Liebe, die so groß werden kann, dass man durch sie alles vergisst.

Die lustige Grille fiedelt tagein tagaus und vergisst dabei, Vorräte anzulegen, während die Ameisen emsig ihrer Arbeit nachgehen. Als der Winter kommt, droht die Musikantin zu verhungern und zu erfrieren, bis sie von den Ameisen aufgenommen wird. Zum Dank bringt sie mit ihren Liedern ein Gefühl von Sommer zurück.

Nostalgische Reise mit Vojtěch Kubašta

„Die lustige Grille“ kennen viele Mütter und Väter noch aus ihrer eigenen Kindheit, denn die erste Auflage des Pappbilderbuches erschien bereits 1958. Ganz nostalgisch können so auch wir Erwachsene in den – aus heutiger Sicht – wunderbar altmodischen Bildern des tschechischen Illustrators Vojtěch Kubašta versinken.

Für die Kleinen sind besonders die Löcher zum Durchgreifen und Durchgucken interessant, die den Betrachter in die Zeichnungen hineinziehen wie in einen Film. Dass neben der Musik das Reich der Insekten im Mittelpunkt der Geschichte steht, ist für kleine Entdeckerherzen, die nichts spannender finden als Ameise und Co., besonders interessant.

Für die liebevollen Reime fehlt Leseratte mit seinen zwei Jahren noch ein bisschen die Geduld – aber man kann die Geschichte ja auch mit eigenen Worten erzählen.

Buchinformationen:

J. Z. Novák & Voitěch Kubašta: Die lustige Grille, ab 3 Jahre, erschienen im leiv Leipziger Kinderbuchverlag, 2009, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 2-3-Jährige zum Thema “Musik” vom März 2014.

Pinguin gefunden

Cover "Pinguin gefunden" © Aufbau-Verlag

Cover “Pinguin gefunden” © Aufbau-Verlag

Das derzeitige Lieblingsstofftier von meiner Leseratte ist sein „Limilum“. Immer abends vor dem Schlafengehen fragt er: „Wo ist mein Limilum?“ Hat er sich angefunden, kuschelt er sich mit ihm ins Bett und fordert „Zudecken Limilum!“. Limilum ist sein Pinguin und die beiden verbindet eine wunderbare Freundschaft.

Um das Thema Freundschaft geht es auch in „Pinguin gefunden“ von Oliver Jeffers, dem Buch der Bücherbox für 2- bis 3-jährige von Librileo für den Monat Februar. Das Bilderbuch von Oliver Jeffers erzählt eine Geschichte von Einsamkeit und Freundschaft.

Vor seiner Haustür findet ein kleiner Junge einen traurigen Pinguin und begibt sich mit ihm zusammen auf die Suche nach dessen Zuhause. Er klappert das Fundbüro ab, fragt die ignoranten Vögel, doch niemand – nicht mal seine Quietscheente – weiß Bescheid.

Die Reise zum Südpol

Schließlich findet er selbst heraus, dass Pinguine am Südpol leben und die beiden machen sich mit einem Ruderboot auf in Richtung Süden. Während der langen und aufregenden Überfahrt erzählt der Junge dem Pinguin Geschichten. Am Südpol angekommen sieht der Pinguin noch trauriger aus als je zuvor und der Junge stellt erschrocken fest, dass der Pinguin sich gar nicht verirrt hatte, sondern einfach nur einsam war. Und auch er möchte nun nicht mehr auf den Pinguin verzichten. Die beiden sind Freunde geworden.

„Pinguin gefunden“ ist ein sehr liebevolles Bilderbuch, dass vom Alleinsein erzählt und von Freundschaft. Die in Aquarelltechnik gemalten Hintergründe, die in kräftigen, vornehmlich blauen Farben gehalten sind, und die ausdrucksstarken Figuren verleihen dem Bilderbuch seinen besonderen Reiz. Leseratte ist nun abends nicht mehr nur auf der Suche nach seinem Limilum, sondern auch auf der Suche nach „Pinguin gefunden“. Denn er braucht Abend für Abend das beruhigende Gefühl, das entsteht, wenn der kleine Junge und der traurige Pinguin am Ende zueinander finden. So wie er und Limilum.

Buchinformationen:

Oliver Jeffers: Pinguin gefunden, ab 2-3 Jahre, erschienen im Aufbau Verlag, 2010, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 2-3-Jährige zum Thema “Freundschaft” vom Februar 2014.