Archiv der Kategorie: Entdeckungen

Kinderbuch-Autoren gesucht: An dieser Stelle veröffentlichen wir erste Werke noch unentdeckter Nachwuchstalente. Meldet Euch gerne bei uns mit Euren Ideen und Vorschlägen!

Herr Haus kommt nach Haus

Herr Haus kommt nach Haus

“Herr Haus kommt nach Haus” ist ein mit Fotografien illustriertes Bilderbuch. In der Geschichte kommt Herr Haus nach Hause und öffnet die Wohnungstür. An der Tür ist ein Seil befestigt, das sich beim Öffnen spannt und einen Lichtschalter betätigt. Das Licht geht an und weckt einen schlafenden Bären auf, dieser streckt sich und stößt mit seinen Pranken an ein Bild, das über ihm hängt…

Das Rad kommt ins Rollen, © Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

Das Rad kommt ins Rollen, © Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

Auf diese Art und Weise entsteht eine Kettenreaktion aus Objekten und Gegenständen im Haus von Herrn Haus mit nur einem Ziel, welches man am Ende des Buches erfährt. Das Bilderbuch ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet und für alle, die Fotografie lieben.

Was-passiert-dann-Maschine

© Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

© Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

Für die Fotografien im Buch haben die Autoren, Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas die Sets in ihrem eigenen Wohnzimmer gebaut. So sind für jedes Bild farbenfrohe und witzige Kompositionen aus alltäglichen Gegenständen entstanden, welche Teil der Kettenreaktion sind. Dabei haben sich die beiden von Surrealismus, Tableaux Vivantes, Stillleben und dem Künstler René Magritte inspirieren lassen.

Humor und Spiel

© Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

© Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

Auch erfreut das Buch “Herr Haus kommt nach Haus” durch seinen erfrischenden Humor.
Die Geschichte und die Bilder lassen viel Freiraum für Fantasie und vertrauen darauf, dass Kinder dem Alltäglichen eine eigene Bedeutung geben können, indem sie es durch ihre Vorstellungskraft in etwas Magisches verwandeln.
“Herr Haus kommt nach Haus” spricht durch sein fantasievolles Spiel mit Ursache und Wirkung, seine aussagekräftigen Fotografien und selbst gebauten Sets dieselbe Fähigkeit in Kindern an, die es ihnen ermöglicht, im Spiel aus einem Topfdeckel und Kissen ein Rennauto zu erschaffen.

Die Autoren

Eyal PinkasAicha Funk

Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas leben mit ihren zwei Kindern in Heidelberg. Eyal Pinkas ist als Künstler und Fotograf tätig, Aïcha Funk-Pinkas hat mehrere Jahre als Filmwissenschaftlerin in der Filmfestivalbranche gearbeitet.

Neugierig geworden?

© Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

© Eyal Pinkas und Aïcha Funk-Pinkas

Für das Bilderbuch “Herr Haus kommt nach Haus” gibt es noch bis zum 30.4.2016 eine Crowdfunding Kampagne, um den Druck der ersten Ausgabe zu unterstützen. Unter dem Link könnt Ihr noch mehr über das Buch, die Autoren und die verschiedenen Möglichkeiten der Unterstützung erfahren.

Cover Der kleine Drache Kann-ich-nicht

Der kleine Drache KANN-ICH-NICHT

Wenn Lesemaus einen Buchstaben oder eine Zahl nicht sofort schreiben kann, sagt sie manchmal: “Das kann ich nicht! Das lerne ich nie!” Sie hat bereits jetzt Angst davor Fehler zu machen, obwohl sie erst in ein paar Wochen zur Schule kommt. Ich erkläre ihr dann immer, dass Fehler nichts Schlimmes sind und dass man nur durch sie lernen kann. Geholfen hat ihr dabei auch das Bilderbuch “Der kleine Drache KANN-ICH-NICHT” von Timo Firtina, illustriert von Vivien Stennulat.

Der kleine Drache traut sich nichts zu

“Das kann ich nicht!” hört die Mutter des kleinen Drachen tagein tagaus. Der kleine Drache ruft es, wenn er sein Zimmer aufräumen, den Tisch decken, Feuer machen, Zähne putzen oder ohne Teddy einschlafen soll.

Ohne Teddy kann der kleine Drache nicht einschlafen, © Vivien Stennulat

Ohne Teddy kann der kleine Drache nicht einschlafen, © Vivien Stennulat

Und so helfen ihm Mama und Papa all das zu tun und machen die Verrichtungen mit ihm zusammen. Als der kleine Drache dann auch noch fliegen lernen soll, wird es ihm so richtig zu viel und er steigt lieber auf Papas Rücken.

Mut und Selbstständigkeit kann man lernen

Da weht ihn plötzlich ein heftiger Windstoß vom Rücken seines Papas und er stürzt in die Tiefe und landet allein in einem dunklen Wald. Dort weiß er nicht, wie er etwas zu essen finden und wo er schlafen soll und schon gar nicht, wie er jemals wieder nach Hause finden kann. Doch seine neuen Freunde Eichhörnchen, Igel und Eule helfen ihm aus der Patsche und zeigen ihm, wie er selbstständig all das lernen kann, was vorher seine Eltern für ihn getan haben. Der letzte Schritt, das Fliegenlernen, um wieder nach Hause zu kommen, ist der schwierigste für ihn. Die Eule lenkt ihn mit einer Traumreise von seiner Angst ab, die auch die kleinen Leser mitmachen können. Mit einem Mal kann er fliegen! Auf dem Weg zurück lernt er zudem wie ein Drache Feuer macht und wieder zu Hause ist er ganz schön groß geworden und hat vieles gelernt.

Feuer machen kann der kleine Drache am Ende auch, © Vivien Stennulat

Feuer machen kann der kleine Drache am Ende auch, © Vivien Stennulat

Zutrauen schafft Vertrauen

Seine Kinder los zu lassen ist gar nicht so leicht. Aber wenn man ihnen altersgemäße Freiräume gibt und ihre Selbstständigkeit fördert, lernen sie Vertrauen in sich selbst zu haben. So wie der kleine Drache. Uns hat das Buch sehr gut gefallen, es ist schön illustriert und zieht die kleinen Leser/-innen in seinen Bann. Ein bisschen lang ist der Text bisweilen und die Traumreise könnte noch kindgerechter sein. Auch über kleine Brüche, wie die Frage, warum dem Drachen nichts passiert, als er abstürzt, muss man hinwegsehen. Aber das Buch macht Mut, der kleine Drache ist zum Verlieben und Lesemaus möchte es immer wieder lesen.

Wenn Euer Kind gerade ein kleiner Zauderer ist, erzählt uns einfach in einem Kommentar, wobei ihm der kleine Drache helfen könnte. Wir verlosen ein Exemplar des Buches. Die Verlosung endet am 28. Juli 2015. Teilnehmen können alle ab 18 Jahren. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Buchinformationen

Timo Firtina: Der kleine Drache KANN-ICH-NICHT, KreaTIVI-Production, illustriert von Vivien Stennulat, ab 3 Jahre, 2. Auflage 2014

 

Cover Tag bei der Tagesmama

Ein Tag bei meiner Tagesmama

Vor kurzem wurde ich von Katrin Holle, Geschäftsführerin von neuDENKEN media, gefragt, ob ich Lust hätte, einen Gastbeitrag von ihr über das dort erschienene Bilderbuch “Ein Tag bei meiner Tagesmama” von Marion Klara Mazzaglia zu veröffentlichen, das sich mit der Frage beschäftigt, wie der Alltag bei einer Tagesmutter so ist. Bücher zum Alltag im Kindergarten gibt es viele, zu Tagesmüttern habe ich hingegen noch nichts gefunden. Deshalb habe ich mit Freude ja gesagt. Und das Schönste: Wir verlosen ein Exemplar des Buches! Schreibt uns einfach bis zum 20. Juli 2015 in den Kommentaren, wann und warum ihr plant, Euer Kind einer Tagesmama anzuvertrauen und mit ein bisschen Glück macht sich das Buch auf die Reise zu Euch …

Nina, die kleine Hauptdarstellerin in „Ein Tag bei meiner Tagesmama“, öffnet den Vorhang für Kinder und Eltern und zeigt aus kindlicher Sicht den Tag bei ihrer Tagesmama Klara. Sie springt in Pfützen, fährt Kistenrennen und lernt feste Rituale. Bereits nach dem Frühstück beginnt das Spielabenteuer, denn es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Nina erklärt ihren gesamten Tagesablauf, wie vielfältig und bunt er ist.

Bei der Tagesmama

Oft machen sich Eltern große Sorgen, ihre Kinder fremden Personen anzuvertrauen.

Mit dem Buch „Ein Tag bei meiner Tagesmama“ können Eltern und Kinder langsam in die Tagespflege hineinwachsen und die positiven Seiten kennenlernen. Denn mit vielen bunten kindgerechten Bildern nimmt Tageskind Nina die Leser mit in ihre Welt. Sie stellt dabei ihre Freunde und ihre Tagesmama Klara vor. Erzählt von der Trennung der Eltern am Morgen. Nach dem Frühstück wird gesungen, geschaukelt, gelesen und im Garten gespielt. Sie hilft Klara bei der Zubereitung eines leckeren Mittagessens für sich und ihre Freunde. Nach einem kleinen Mittagsschlaf geht das Abenteuer weiter, bis Ninas Mama kommt, um sie abzuholen. Doch Nina möchte am liebsten weiterspielen und freut sich schon auf den nächsten Tag, wenn sie wieder zu ihrer Tagesmama Klara darf.

Bei der Tagesmama

Die Autorin

Marion Klara Mazzaglia ist selbst Tagesmutter. Sie absolvierte ein Studium in Sozialpädagogik und eine Ausbildung zur Montessori-Erzieherin. Nach der Geburt ihrer Tochter nahm sie das erste Tageskind auf. Ihre ganze Leidenschaft legt sie in die Betreuung und Förderung von Kleinkindern.

Kindgerecht und umweltschonend

Da es sich um ein Kinderbuch handelt, das den täglichen Belastungen eines Kleinkindes unbedingt standhalten muss, ist das Buch aus dicken Pappseiten gefertigt. Diese bestehen zu 90% aus Altpapier. Zudem wird vollständig auf Acrylfarben verzichtet. Stattdessen werden Farben auf Pflanzenölbasis verwendet. Die Klebstoffe sind frei von Lösungsmitteln. Selbst der Lack basiert auf Wasserbasis ohne jegliche umweltschädlichen Stoffe. Die Bücher gehen ausschließlich aus einer deutschen Produktion hervor.

Wertvoll für Kinder und deren Zukunft

Damit schließt sich der Verlag dem dringlichsten Thema unserer Zeit an. Denn kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über Klimaschutz berichtet und gesprochen wird. Daher richtet sich das Augenmerk auf den klimaneutralen Druck. Bei der Herstellung eines Buches rekompensiert die Erstaufforstung von neuen Bäumen die CO2-Menge.

Weitere Informationen zu dem Buch und eine Leseprobe findet ihr unter: www.ein-tag-bei-meiner-tagesmama.de

Buchinformationen

Marion Klara Mazzaglia: Ein Tag bei meiner Tagesmama, neuDENKEN Media, ab 2 Jahre, Oktober 2014

An der Verlosung teilnehmen können alle Leser/-innen über 18 Jahre. Wir verlosen ein Exemplar des Buches. Eine Auszahlung des Gewinns sowie der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Cover Freundebuch

Freunde – Mein Buch für Euch

Das Freundebuch von Sonja Ratz ist etwas ganz Besonderes: Die vielen bunten Kreise laden zum Befüllen ein und machen das Buch für Jungen und Mädchen gleichermaßen attraktiv. Geeignet ist es sowohl für Kindergarten- als auch für Schulkinder, denn die liebevoll ausgewählten Fragen können auch schon die Kleinsten beantworten. Als nettes Gimmick liegen dem Freundebuch Freundin- und Freund-Sticker bei. Ein erfrischend anderes, grafisch schön aufbereitetes Freundebuch zwischen all den Rittern und Prinzessinnen. Freundebuch Seite 2 FREUNDE_BUCH_Q4 2014_03_18.indd Freundebuch Seite 4

Auszug aus: Freunde – Mein Buch für Euch! © Sonja Ratz von RatzRaum

Mein kleiner Fisch

Julia Reiter erzählt in ihrem bewusst abstrakt illustrierten Bilderbuch “Mein kleiner Fisch” von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Katze und einem Fisch. Wir durften vorab einen kleinen Ausschnitt veröffentlichen, der Lust auf mehr macht.Mein kleiner Fisch-01 Mein kleiner Fisch-02 Mein kleiner Fisch-03 Mein kleiner Fisch-04

© Auszug aus: Julia Reiter – Mein kleiner Fisch

Julia Reiters Erstlingswerk wurde über die Crowdfunding-Plattform Startnext finanziert.

Cover Ploenk © Thomas Neumaier

Gute-Nacht-Geschichte: Plönk

“Plönk” nimmt Kinder ab 3 mit auf eine wunderbare Reise. Eine Reise hinaus aus dem Kinderzimmer ins Haus Schwanentick, wo die Vögel wohnen, um gesund zu werden. Eine besondere Gute-Nacht-Geschichte des vielfach ausgezeichneten Künstlers Thomas Neumaier.Seite 1 Ploenk Thomas Neumaier

Seite 2 Ploenk Thomas Neumaier

"Plönk, geht das schon wieder los? Das ist er nämlich, der Plönk. Plönk, bitte sei ruhig! Lass das Kind schlafen, sonst kommt es morgen früh wieder nicht aus dem Bett!"

“Plönk, geht das schon wieder los? Das ist er nämlich, der Plönk. Plönk, bitte sei ruhig! Lass das Kind schlafen, sonst kommt es morgen früh wieder nicht aus dem Bett!”

"Ruhe jetzt! Jetzt wird geschlafen und das Licht gelöscht!"

“Ruhe jetzt! Jetzt wird geschlafen und das Licht gelöscht!”

Seite 5 Ploenk  Thomas Neumaier

Seite 6 Ploenk Thomas Neumaier

Seite 7 Ploenk Thomas Neumaier

Seite 8 Ploenk Thomas Neumaier

Seite 9 Ploenk Thomas Neumaier“Halt! Habe ich Euch erwischt! Seid Ihr verrückt? Statt zu schlafen mit dem Ballon abzuheben? Plönk, ich bin tief enttäuscht von Dir! So, das Licht bleibt aus! Kein Wort mehr! Schluss! Aus! Ruhe!”

Limitierte Sonderauflage: Nur für kurze Zeit könnt Ihr den “Plönk” mit persönlicher Widmung des Autors für 18 Euro bei uns bestellen.

Auszug aus: “Plönk” © Thomas Neumaier

Kirschvoegelchen 1

Das Kirschvögelchen

Ist das eine Kirsche oder ein Vögelchen? Die Theaterpädagogin und Fotografin Gabriele Neumaier spielt in ihren Bildergeschichten für Kinder ab 2 Jahre mit der Wahrnehmung.

Es war einmal eine Kirsche, die hing zusammen mit vielen anderen Kirschen an einem Kirschbaum. Die Sonne schien und brachte sie zum Glänzen und sie freute sich ihres Lebens. Denn schönes Wetter ist auch für Kirschen nicht selbstverständlich, deswegen ist manchmal der Wurm drin. Eines Tages wehte ein laues Lüftchen und alle Kirschen schwankten leise im Wind. Unsere Kirsche aber machte ein richtiges Tänzchen und drehte sich dabei nach links und nach rechts. Als sie die Nachbarkirsche betrachtete, erschrak sie heftig. Die war rund und glatt! Die sah so ganz anders aus als sie selbst! Das wusste sie sicher, denn am Abend zuvor waren viele dicke Regentropfen vom Himmel gefallen und sie hatte sich in ihnen betrachtet wie in einem Spiegel.

Kirschvoegelchen 2Vorne oben rechts entdeckte sie dabei einen Knubbel. Auf dem Knubbel war aber noch ein Knubbel, allerdings etwas länglich, so dass die Kirsche nicht sicher war, ob dieser Knubbel auch wirklich ein Knubbel war. Aber das war ihr schließlich egal. Normalerweise vergießen Kirschen keine Tränen. Aber unsere Kirsche wurde plötzlich sehr zornig, weil sie so anders aussah als die anderen Kirschen, und ihre Tränen waren Zorntränen. Sie drehte sich wütend so lange im Wind hin und her, bis es dem Stiel, an dem sie hing, ganz schwindelig wurde und er die Kirsche einfach abwarf. Ups. Da lag sie nun am Boden.

Es war schon dunkel als sie neben sich ein leises Wispern hörte. „Lass das, die darfst du nicht annagen“, schimpfte eine Ameisenmutter ihr Ameisenkind. Das Kind war störrisch und freute sich auf den süßen Schmaus. Da schob die Ameisenmutter das Ameisenkind mit dem ersten Bein von sechs Beinen vorne links ein wenig ruppig beiseite.

„Diese Kirsche“ – flüsterte sie leise weiter – „ist eine ganz besondere. Setz dich hin und hör zu.“ Das Ameisenkind weinte ein wenig, setzte sich dann aber ins Gras und sperrte nach dem ersten Satz der Erzählung staunend das Mäulchen auf.

„Vor zwei Monaten verliebte sich eine Amsel in eine wunderschöne Kirschblüte. Sie flog ständig um sie herum, bewegte sich dabei wie ein Kolibri, roch ihren betörenden Duft, setzte sich neben sie auf den Ast, betrachtete sie verliebt und trällerte zärtliche Melodien. Manchmal aber, weil die Kirschblüte so gar nicht reagierte, pfiff sie auch ganz schön schrill. So verging Woche um Woche. Dann kam der Wind und trug die Blütenblätter davon. Und siehe da: Aus der Kirschblüte war eine kleine grüne Kugel geworden. Die Kugel wuchs und wuchs, wurde rot  und immer dicker. Oben rechts hatte sie einen kleinen Knubbel und auf diesem Knubbel einen kleinen Schnabel. Jetzt war es ganz sicher: Die Kirsche war keine normale Kirsche, sondern ein Kirschvögelchen.“

Das Ameisenkind betrachtete die Kirsche erstaunt. Diese rührte sich gar nicht, weil Kirschvögelchen schlafen, wenn es dunkel wird. Die kleine Ameise  umkreiste es zweimal auf ihren kurzen Beinchen. Dann setzte sie sich die ganze Nacht ganz nah daneben und passte auf.

Kirschvoegelchen 3Am nächsten Morgen kam eine Frau in den Garten und pflückte Kirschen. Sie musste sich bücken, weil ihr dabei einige Kirschen aus der Hand gefallen waren. Da sah sie im Gras eine Kirsche ohne Stiel liegen und zwei Ameisen, eine kleine und eine große, die schnell davonkrabbelten. Sie hob die Kirsche auf, schaute sie verdutzt an und rief aufgeregt: „Ein Kirschvögelchen, ein Kirschvögelchen!“ Aber keiner hörte sie, denn außer ihr selbst war niemand da. Und weil man ein Kirschvögelchen nicht essen soll – es ist etwas ganz Besonderes – legte sie es vorsichtig in eine gemütliche kleine Asthöhlung und pflückte weiter Kirschen.

Kirschvoegelchen 4Und wenn das Kirschvögelchen nicht doch gegessen wurde, von einem dieser Leute, die nicht einmal anschauen, was sie in den Mund stecken, dann sitzt es heute noch dort.

 

Text und Bilder: © Gabriele Neumaier