Archiv für den Monat: September 2015

Kennst du Pippi Langstrumpf

Meine Kinder sind Sachensucher

Ich habe mich sehr gefreut, als mich Ramona vom Kielfeder Blog gefragt hat, ob wir Lust haben an einer Astrid Lindgren-Blogparade teilzunehmen, denn es gibt eine Sache, die meine Kinder garantiert von Pippi haben:

Das Sachensuchen (und -finden!)

Wenn ich die Jacken meiner Kinder waschen möchte, muss ich erst einmal ihre Taschen entleeren und was mich dort so erwartet, reicht von kleinen bröseligen Rindenstückchen über gelbe Patronenkügelchen aus ominösen Kinderpistolen, die ich noch nie gesehen habe. Armreifen waren auch schon dabei oder ein abgebrochener farbenfroher Stern für die Fahrradspeichen eines Kinderrads. Gefunden werden – jenseits der Jackentaschen – auch gern mal größere “Sachen” (wie das Bild unten beweist).

Die Welt ist voll von Sachen

“Die ganze Welt ist voll von Sachen und es ist wirklich nötig, dass jemand danach sucht. Und genau das tun die Sachensucher”, sagt Pippi in Astrids Lindgrens Bilderbuch “Kennst du Pippi Langstrumpf?”, erschienen im Oetinger Verlag. Und was findet Pippi? Eine rostige Blechbüchse, und eine leere Garnrolle – alles höchst uninteressant für unsere Erwachsenenwelt, aber höchstwichtig für die bunt vor Phantasie strotzende der Kinder.

“Alte hohle Bäume sind die allerbesten Stellen für Sachensucher.”

Und auch Pippis Freunde finden in der Geschichte des Buches ganz besondere Sachen: Tommy  in einem hohlen Baum ein feines Notizbuch und Annika eine rote Korallenkette. Wollt ihr die letzten Fundstück-Highlights von Leseratte und Lesemaus sehen?

Schleimiger Schneckenschatz, © Stefanie Roloff

Dass Schneckenschleim auch ganz bezaubernd hübsch machen kann, lest ihr in der Geschichte von Fiona Mona Glitzerspur und Laufente Lola.

Sachensucher2

Schauriges Apfelmonster, © Stefanie Roloff

 

Mehr Pippis braucht das Land

Wir sollten nicht alle Fundsachen in den Taschen unserer Kinder für Müll halten, auch wenn sie vielleicht so aussehen ;-), sondern sie uns genauer anschauen. Erst dann wird sich unser Blick wieder öffnen und wir werden erkennen, dass eine Blechbüchse, wie bei Pippi, wunderbar dazu dienen kann, Nacht zu spielen, wenn es Tag ist, indem man sie sich über den Kopf stülpt. Und dass eine leere Garnrolle zum Seifenblasenmachen benutzt werden kann oder auch gut an einer Halskette aussieht. Dass Nacktschnecken schön sind und Äpfel wie kleine Monster aussehen können. Pippi und Astrid Lindgren sei dank!

Übrigens: Jetzt ist wieder Kastanienzeit und da könnt ihr mit euren Kids spacige Figuren zaubern.

Kastanien Attacks, äh Mars Attacks ..., © Stefanie Roloff

Kastanien Attacks, äh Mars Attacks …, © Stefanie Roloff

Davor müssen sie natürlich gesammelt werden. Ganz in Pippi-Manier.

Mehr Beiträge zur tollen Pippi-Parade findet ihr beim Kielfeder Blog.

Cover von: "Das Buch vom Muessen und Machen", © Sauerländer Verlag

Das Buch vom Müssen und Machen

Wir müssen alle mal und reden nicht gerne drüber … “Das Buch vom Müssen und Machen” tut das schon und sogar ganz schön explizit. Hier geht es um Scheiße, Kacke, Aa: Das große Geschäft! Und das ist nicht einfach eklig, sondern echt interessant.

Eine Runde Scheiße…

…heißt es im Buch nicht nur an einer Stelle und das ist mir persönlich ein bisschen zu vulgär. Aber der Inhalt des comicartig aufbereiteten Wissen-Kinderbuchs ist hochgradig spannend. Von A wie Affe bis Z wie Ziegen dreht sich hier alles rund ums große Geschäft: Welches Tier macht wie und warum? (Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Raupe des australischen Schwalbenschwanzschmetterlings sich als Vogelkacke tarnt, um nicht gefressen zu werden?) Warum müssen Tiere und Menschen überhaupt aufs Klo? Wieso sieht Kot so unterschiedlich aus und wozu ist er sonst noch gut? Gibt es Tiere, die Toiletten bauen?

Kot ist nützlich

Kinder lernen zudem, dass Kacka nicht einfach Abfall ist, sondern auch zur Nachrichtenverbreitung und Orientierung dient. Dachse zum Beispiel stecken mit kleinen benutzten Latrinen ihr Revier ab. Außerdem verrät der Geruch von Kot den Artgenossen vieler Tierarten das Neuste aus dem Leben ihrer Kumpels, zum Beispiel, ob jemand Single oder schwanger ist. Und das Aa dient vielen Lebewesen als Nahrung, Forschern als Quell und Pflanzen zur Weiterverbreitung …

Viele Geschichten vom großen Geschäft

“Das Buch vom Müssen und Machen” erzählt Kindern ganz unbefangen von unseren Ausscheidungen und denen der Tiere. Am Ende haben sie anhand vieler Geschichten und Beispiele gelernt, dass Kacke nicht nur eklig und wertlos ist, sondern ein wichtiger Bestandteil des Kreislaufs des Lebens. Absolut empfehlenswert! Und wer, so wie ich, das S C H-Wort nicht so oft vorlesen mag, greift einfach zu einer harmloseren Variante. Das Buch wurde übrigens 2006 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

PS: Wusstet ihr eigentlich, dass gar nicht das Klo die meisten Bakterien im Haushalt aufweist, sondern dass diese an ganz anderen Orten zu finden sind? Wo, das seht ihr in dieser Grafik über die “Schmutzigsten Orte in der Wohnung, die uns freundlicherweise von Netzshopping.de zur Verfügung gestellt wurde.

Buchinformationen:

Nicola Davies & Neal Layton: “Das Buch vom Müssen und Machen”, Sauerländer Verlag, 3. Auflage 2007