Archiv für den Monat: September 2014

Der Tigerkaefer_Cover Beltz und Gelberg

Der Tigerkäfer

“Der Tigerkäfer” von Erwin Moser. Da muss ich erst mal an meine eigene Kindheit denken, in der ich Erwin Mosers Bücher geradezu verschlungen habe. Eins meiner Lieblingsbücher war “Ein Käfer wie ich” über Mehli, den Mehlkäfer. Viele Jahre später sitze ich nun mit Lesemaus und Leseratte auf dem Sofa und lese aus dem “Tigerkäfer” vor.

Erwin Mosers “Fabelhafte Geschichten”

Erzählt werden 16 “Fabelhafte Geschichten” aus der Welt der kleinen Tiere und Dinge, angefangen bei zwei Angsthasen, die immer Angst haben und den Wunschhasen kennenlernen, der ihnen beibringt, wie man mutig ist. Über einen einsamen Frosch, der noch nie einen anderen Frosch gesehen hat und durch ein Gewitter Freunde findet. Bis hin zur Geschichte von den fünf Holzwürmern, die schon immer am selben Ort lebten und von denen der älteste versucht, sich aus dem Balken herauszufressen. Und natürlich die Erzählung “Der Tigerkäfer”, die dem Buch seinen Titel gegeben hat, in der ein stinkender Kartoffelkäfer feststellt, dass er ein verzauberter Tiger ist.

Die große Welt im Kleinen in “Der Tigerkäfer”

Dem österreichischen Kinder- und Jugendbuchautor, der 1954 in Wien geboren wurde und 1980 mit “Jenseits der großen Sümpfe” sein erstes Buch veröffentlichte, gelingt es wie kaum einem anderen, die große Welt im Kleinen darzustellen. Die liebevollen, leichten und ausdrucksstarken Zeichnungen seiner Bücher untermalen auch in “Der Tigerkäfer” seine bildreiche und einfühlsame Sprache. Die Geschichten eignen sich wunderbar zum gemeinsamen Kuscheln und Vorlesen für zwischendurch, unterwegs, auf dem Sofa oder im Bett.

Buchinformationen:

Erwin Moser: Der Tigerkäfer. Fabelhafte Geschichten von Erwin Moser, für Kinder ab 5 Jahre, erschienen bei Beltz & Gelberg, 2012

Lies im Buch: Moser, Erwin – Der Tigerkäfer

Es lebe die Teilzeit! Oder doch nicht?

Teilzeit: Ein Leben in Stückchen

Ich habe einen Blog, die Lieblingsgören, und ich betreibe ihn gern und darüber hinaus arbeite ich als freie Journalistin und PR-Managerin. Aber eben: Teilzeit.

Teilzeit, Teilzeit, Teilzeit. Alles immer nur T e i l z e i t … Ich räume in Teilzeit die Wohnung auf, wasche in Teilzeit die Wäsche, sitze in Teilzeit am Computer und wechsle in Teilzeit die Windeln. Und obwohl das doch ganz abwechslungsreich ist und mir alles daran eigentlich ganz gut gefällt, fühle ich mich schlecht. So als ob ich ein Leben hätte, das aus lauter kleinen Stückchen besteht: Broken to Pieces.

Teilzeit: Nichts Halbes und nichts Ganzes

Medienberichten zu folge ist es D A S  Thema auf deutschen Spielplätzen. Die Diskussion darüber, was besser ist: Teilzeit, Karriere in Vollzeit oder Hubschraubermama?

Ich bin Teilzeit- und Hubschraubermama. Was das heißt? Das heißt zum einen Verwirrung und Stress: Denn wenn ich am Rechner arbeite, denke ich an die Kinder, wenn ich den Haushalt schmeiße an den Rechner und wenn ich bei den Kindern bin an Haushalt und Rechner.

Was den vermeintlichen Blick anderer auf mich angeht, fühle ich mich wie ein geteilter Mensch. Was bin ich denn? Bin ich freie Journalistin und PR-Frau? Bin ich Mama? Bin ich Hausfrau? Irgendwie alles und nix! Tolle Jobangebote musste ich absagen, weil sie nur in Vollzeit gehen. Meine Wohnung ist immer nur teilzeit-sauber und als Hubschraubermama habe ich zudem noch das Gefühl, meinen Kindern nicht gerecht zu werden. Ihnen zu wenig zuzuhören, zu wenig mit ihnen zu spielen und zu wenig bei ihnen zu sein, wenn ich mich beim Vorlesen dabei ertappe, wie ich aufs Smartphone schiele, weil ich auf Rückmeldung eines wichtigen Auftraggebers warte.

“Augenblick, verweile doch, du bist so schön!”

Wo ist da denn der Augenblick? Zwischen all den Bergen an Wäsche, Arbeit und Verantwortung kann ich mich meist nur im Urlaub ausgraben. Da bin ich plötzlich ich. Da ist es mir plötzlich egal, ob andere mich für meine Leistung anerkennen, da hab ich plötzlich Zeit für meine Kinder, da gibt es keinen Haushalt, für den ich mich übermäßig verantwortlich fühle und da werfe ich meinem Smartphone nur einen verächtlichen Seitenblick zu.

“Anspannung ist, wer Du denkst, dass Du sein musst. Entspannung ist, wer Du bist.” Diesen Spruch habe ich kürzlich auf einer Seite für Yoga-Sprüche gelesen – bei der Recherche für einen Auftrag. Und ja, das stimmt!

Ein Leben in Stückchen, das könnte ja auch ein buntes Mosaik sein und keine zerrissene Uhr.