Archiv für den Monat: Juli 2014

Trocken werden @ SR

Trocken werden

“Ich hab’ Kacka gemacht!” – Das brüllt eigentlich nur Lesemaus (5) vom eigentlich “stillen” Örtchen aus, wenn sie eine helfende Hand braucht. “Ich hab’ Kacka gemacht!” – Das brüllte vor kurzem Leseratte. Leider nicht vom stillen Örtchen aus, sondern aus den Untiefen eines Häuschens auf dem Spielplatz. Stolz grinsend lugte er schließlich aus der Tür des Häuschens und präsentierte mir zwei ineinander verschlungene kleine Würstchen.

Ein Kacktag …

Was soll ich sagen? Ich hatte ihm die Windel ausgezogen, denn es war ein sehr heißer Tag und wir waren auf einem Spielplatz mit einer Pumpe. Und eigentlich, so dachte ich, kann man doch von einem schon recht großen kleinen Kerl mit 2,5 Jahren erwarten, dass er nach einer Windel verlangt, wenn ihm danach ist. Na ja, ich entfernte den Schlamassel und hörte eine Mutter ihre Kinder zurückpfeifen: “Geht da nicht hin, da hat jemand ins Häuschen Kacka gemacht. Böser Seitenblick auf mich.

… mit Pipi

Kurze Zeit später kam Lesemaus zu mir, die gefühlte Tonnen Obst gegessen hatte (es war ja so heiß). Sie sagte mir, dass sie nun mal eben auch ganz dringend groß müsse. Und weil kein Klo in der Nähe war, setzte ich sie auf einen mit einer Plastiktüte ausgestopften Buddeleimer. “Ich darf doch da auch Pipi reinmachen, oder?” Schwupps war’s schon zu spät und ich entsorgte eine fies aussehende Plastiktüte im Mülleimer. Dabei versuchte ich so wenig Aufsehen wie möglich zu erregen, die bösen Seitenblicke verfolgten mich aber weiter.

Nachdem Leseratte schließlich auch noch aus Versehen einen Stein auf die Schulter eines viel größeren Jungen geworfen hatte, der megalaut brüllte, und sein großes Geschäft mit einem kleinen Geschäft abgeschlossen hatte (ich brauche nicht zu erwähnen, dass dies wieder in besagtem Häuschen erledigt wurde), packte ich ihn endgültig zurück in die Windel und wir gingen nach Hause.

Zuhause befand sich – fast wie beim kleinen Maulwurf – eine minikleine Kackwurst vor der Eingangstür. “Bleib’ weg von der Kackwurst!”, rief ich noch. Da war es schon zu spät und Leseratte bohrte hingebungsvoll in das kleine Würstchen, das  wer weiß ich nicht  hier abgelegt hatte.

So erlebte ich meinen ersten richtigen Kacktag im wahrsten Sinne des Wortes, der in einer duftenden Badewanne endete. Morgen üben wir weiter!

PS: Wisst Ihr, was Lesemaus einmal sagte, als sie in ihrem Kinderzimmer auf den Boden gemacht hatte? “Ich hab einen Regenbogen gekackert!” Ja, von der Form her stimmte es …

Die Struppse: Gefahr im Sausewald

Cover: "Die Struppse" © BVK Lesewelten

Cover: “Die Struppse” © BVK Lesewelten

Ein bisschen sehen die Struppse wie bunte Wollflusen aus, gehören aber auf keinen Fall in den Staubsauger: Blinx, Bürste und Bux sowie ihre zahlreichen Strupps-Freunde und -Verwandten sind liebenswerte kleine Kerle, mit denen man am liebsten kuscheln würde.

Im Sausewald führen sie ein beschauliches Leben in ihren Baumhäusern, bis eines Abends ein furchtbares Gewitter für Unruhe sorgt. Vor allem Oma Troddel ahnt, dass das Unwetter der Vorbote für ein kommendes Unglück ist und sie hat Recht. Denn im Wald leben nicht nur die friedlichen Struppse, sondern auch die gemeine Zeterzassel und ihr Kumpan, der fiese Grobkröt.

Gefahr im Sausewald

Das Haus der Zeterzassel wurde von einem Blitz zerstört und sie ist rasend. Blind vor Wut zerstört sie die Häuser der Struppse: “Ich mache alles kaputt! Ja, alles muss kaputt sein!” Den Struppsen bleibt nichts anderes übrig, als zu fliehen und sie finden Unterschlupf in den Höhlen am gefürchteten Donnerschlund, einer gefährlichen Klippenlandschaft, die steil über das große blaue Meer ragt. Als sie zurückkehren, ist ihre Heimat verwüstet.

Die Struppse schmieden einen Plan

Doch die Struppse geben nicht auf und versuchen, alles wieder aufzubauen. Als die Kinder in der Schule aus den zerstampften Sauseknollen Sauseeintopf kochen wollen, schleichen sich die mutigen Zwillinge Blinx und Bürste weg, um sich auf die Suche nach der heuschreckenartigen Zeterzassel zu machen. Sie finden das garstige Ungeheuer im Muffmoor, verfolgen es und beobachten ein Treffen der Zeterzassel mit ihrem Freund Grobkröt im Modertümpel. Blinx und Bürste belauschen einen teuflischen Plan, der zur endgültigen Vertreibung der Struppse aus dem Sausewald führen soll. Da beschließen die Struppse, sich endlich zu wehren und schmieden selbst einen noch viel besseren Plan.

Klein ganz groß: Ein Mutmach-Buch für Erstleser

Die Autorin Kerstin Landwehr ist selbst Mutter von zwei Kindern und hat sich bereits als Kinderbuchautorin für Wissensbücher einen Namen gemacht. Zusammen mit der Illustratorin Andrea Tändler ist es ihr gelungen, eine phantasievolle Welt für Erstleser zu schaffen. Die Struppse muss man einfach mögen und ihr Mut gibt Kindern Kraft. Die Zeichnungen im comichaften, aber trotzdem kindgerechten Stil untermalen die leicht lesbare, schön geschriebene Geschichte perfekt.

 Buchinformationen:

Kerstin Landwehr & Andrea Tändler: Die Struppse: Gefahr im Sausewald, für Erstleser, erschienen beim BVK Buch Verlag Kempen, 2013

Mein kleiner Fisch

Julia Reiter erzählt in ihrem bewusst abstrakt illustrierten Bilderbuch “Mein kleiner Fisch” von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Katze und einem Fisch. Wir durften vorab einen kleinen Ausschnitt veröffentlichen, der Lust auf mehr macht.Mein kleiner Fisch-01 Mein kleiner Fisch-02 Mein kleiner Fisch-03 Mein kleiner Fisch-04

© Auszug aus: Julia Reiter – Mein kleiner Fisch

Julia Reiters Erstlingswerk wurde über die Crowdfunding-Plattform Startnext finanziert.