Archiv für den Monat: Juni 2014

Felix bei den Kindern dieser Welt

Cover "Felix bei den Kindern dieser Welt", </br> © Coppenrath Verlag

Cover “Felix bei den Kindern dieser Welt”
© Coppenrath Verlag

Lesemaus liebte bereits die im Jahr 1994 veröffentlichen „Briefe von Felix“ – vor allem weil sich darin sechs echte Briefe befanden, die sie mit ihren kleinen Wurstfingern wieder und wieder aus den Umschlägen fischte. Ich persönlich fand die Texte und Zeichnungen manchmal ein wenig steif. Der Hase Felix steckte eben noch ein bisschen in den Kinderschuhen.

Ganz anders verhält es sich mit “Felix bei den Kindern dieser Welt”, denn vom Erstlingswerk bis hin zu diesem siebten Band der Felix-Reihe, der im Jahr 2005 veröffentlicht wurde, hat sich nicht nur der Hase weiterentwickelt, auch die Reiseberichte sind viel spannender und (vor-)leserlicher geworden. Aber von vorn …

Felix fällt ins Wasser und geht auf Reisen

Am Anfang steht eine Reise von Sophies Familie an die Küste Schwedens. Hier geht der kleine Hase Felix bei einer Bootstour über Bord und bleibt unauffindbar. Wieder zurück aus dem Urlaub wartet Sophie zunächst vergeblich auf Post von ihrem Lieblingskuscheltier. Bis endlich der erste Brief vom Nördlichen Polarkreis eintrifft, der von dem Jungen Nils-Aslak und seinem Volk der Sami erzählt und einen kleinen Webrahmen samt Anleitung enthält. Der Hase ist wieder auf Reisen gegangen und erzählt diesmal von den Kindern verschiedener Kulturen.

Vom Nördlichen Polarkreis bis nach Hause

Der zweite Brief stammt aus der Sahara und berichtet von den Tuareg, dem Mädchen Aischa und ihrem Leben in der Wüste. Weiter geht’s in den Süden von Afrika mit Felix’ Berichten über eine Bekanntschaft mit Zanele, die dortige Kultur und die traurige Zeit der Apartheid. Vom afrikanischen Kontinent aus gelangt Felix nach Neuseeland, wo er von Hine Iti Moana (auf Deutsch: Kleine Meerjungfrau) den Gruß der Maori “Kia Ora” lernt und an einem großen Familientreffen teilnimmt. Aus San Francisco in Amerika schickt Felix schließlich sogar ein Foto der Zwillinge Lionel und Leslie, die mit ihm zusammen zur Golden-Gate-Brigde gefahren sind. Der letzte Brief vor Felix’ Rückkehr stammt aus Israel und mit ihm trifft auch das traditionelle jüdische Dreidel-Spiel ein (samt Bastel- und Spielanleitung), das Felix mit Matan und seiner Familie gespielt hat.

Als es Sophie vor Sehnsucht schon kaum mehr aushält und Weihnachten naht, kehrt der reiselustige Kuschelhase auf sensationelle Weise nach Hause zurück und bringt Sophie als Geschenk ein Maori-Spiel mit. Wie glücklich sie und Lesemaus da waren!

Von anderen Kulturen lernen

© Felix der Hase, Coppenrath Verlag, Münster 2014

© Felix der Hase, Coppenrath Verlag, Münster 2014

Lesemaus liebt Felix und sie liebt es, seinen Geschichten aus aller Welt zu lauschen. “Felix bei den Kindern dieser Welt” erzählt von Kindern aus unterschiedlichen Kulturkreisen auf verschiedenen Teilen der Erde. Das gibt Kindern spannende (erste) Einblicke in die Vielfältigkeit unserer Welt und der Menschen, die sie bevölkern. Die Briefe nimmt nicht nur Sophie als Ausgangsmaterial für weitere Nachforschungen. Auch Lesemaus und ich haben uns auf ihrer Grundlage noch eingehender über verschiedene Kulturen informiert. Besonders anschaulich und spielerisch lernen Kinder das Leben anderer Kulturen durch die mitgeschickten Spiele kennen.

“Felix bei den Kindern dieser Welt” ist ein (vor-)lesens- und schenkenswertes Buch – nicht nur, aber sehr gut geeignet auch für die Urlaubssaison.

Hintergrund: Felix feiert 20-jähriges Jubiläum

Felix hat Geburtstag: Der reiselustige Kuschelhase Felix wird im Jahr 2014 20 Jahre alt. Im Jahr 1994 wurde mit den “Briefen von Felix” das erste Abenteuer des kleinen Hasen veröffentlicht, der immer wieder seiner Besitzerin Sophie abhanden kommt und auf Reisen geht. Die Abenteuer des kleinen Kuschelhasen Felix gingen seither um die Welt und wurden bereits in 30 Sprachen übersetzt mit über sieben Millionen verkauften Exemplaren.

Zwei Kinofilme, eine TV-Serie und ein Musical krönten den Erfolg. Seit August 2013 ist Felix sogar Kinderbotschafter der SOS-Kinderdörfer zur Förderung des Kulturaustauschs zwischen den Kindern dieser Welt. Im März 2014 wurde die Buchreihe “Felix” mit dem ITB Buch-Award in der Kategorie “Reisebücher für Kinder” ausgezeichnet.

Es gibt eine eigene Felix-Webseite , über die Kinder unter anderem eine E-Mail an Felix schicken können und sogar einen Felix-Club für kleine große Fans (derzeit für 10 Euro im Jahr), der besondere Felix-Artikel und weitere Briefe mit interessanten Informationen verspricht.

Über “Die Spiegelburg” vertreibt der Coppenrath Verlag im Rahmen seines Non-Book-Programms viele weitere Produkte rund um den Hasen Felix. Eine clevere Marketingstrategie, die aufgeht, denn Kinder lieben den kleinen Kuschelhasen und seine Abenteuer. An Geschenkideen rund um Felix mangelt es jedenfalls nicht.

Buchinformationen:

Annette Langen & Constanza Droop: Felix bei den Kindern dieser Welt, ab 5  Jahre, erschienen bei Coppenrath Kinder, 2005, erhältlich unter anderem in der Librileo-Bücherbox für 4-6-Jährige zum Thema “Kulturen” vom Juni 2014.

Normcore oder Hardcore?

Normcore sein wie Ryan Gosling?

Kürzlich sah ich ein Bild von Ryan Gosling, auf dem er ein schlichtes graues Longsleeve und dazu eine einfache Jeans trug. Dass er dabei trotzdem nicht wie der Typ von nebenan aussah, brauche ich Euch nicht zu sagen.

Wie der neue Style heißt? Normcore! Normcore, nicht Hardcore. Das kommt auch mir als Mutter zugute. Denn plötzlich bin ich wieder hip. Gerade weil ich nicht mehr in auffälligen Klamotten rumrenne und auf Hardcore-Konzerte gehe wie früher, sondern weil ich Jeans und T-Shirt trage und auf Spielplätzen abhänge.

Einigkeit, Heiterkeit und Frohsinn

Ich dachte, ich sei spießig geworden. Zwei Kinder, Eigentumswohnung in ruhiger Lage, Schlafmangel nur noch, weil die Kinder nicht schlafen. Aber, aber! Spießig? Nein! Normcore!

Und Normcore ist in, nicht umsonst prügeln sich die jungen Hipster-Familien derzeit um jeden der wenigen verfügbaren … SCHREBERGÄRTEN! So auch ich mit meiner Family. Die Kolonien tragen dabei so schöne Namen wie Einigkeit, Heiterkeit und Frohsinn. Wenn das nicht Normcore ist?

Weniger Normcore war im Kleingartenareal allerdings, dass Leseratte lautstark “Ha, ho, heeeee!!!” brüllte, als er mit herauslugender Windel durch die gestutzten Wege sauste. Weniger Normcore war auch, dass er plötzlich versuchte, einen Gartenzwerg aus einem Loch im Zaun zu ziehen und ich ihn gerade noch davon abhalten konnte, ihn zu zerdeppern.

Als wir schließlich bei einer Besichtigung zusammengest(r)aucht wurden, weil ein Kind, das gar nicht uns gehörte, in der Hütte des Gartens herumtollte (“Noch gehört der Kleingarten nicht Ihnen!”), gaben wir auf.

Sind wir nicht alle ein bisschen …

Sorry, Ryan, da kannst Du noch so sexy die Stirn runzeln, wir sind doch nicht normcore. Mir macht es immer noch Spaß, den ein oder anderen Hardcore-Song zu hören und meine Kinder würden es einfach nicht schaffen, im Schrebergarten-Sperrgebiet die Mittagsruhe einzuhalten, was für Normcorler Pflicht ist – denn nur so gehen sie lässig in der Masse auf.

Deshalb kapitulieren wir und rufen laut: “Sind wir nicht alle ein bisschen hardcore?” Ja, und das ist auch gut so!

Große Librileo Vorleseaktion

Die große Librileo Vorleseaktion

Am 11. Juni 2014 startet zusammen mit dem Verlag Beltz & Gelberg unter dem Motto “Lachen, lesen, lernen” die erste große Librileo Vorleseaktion. Wir möchten Euch diese ans Herz legen, da es kaum etwas Schöneres und Wichtigeres gibt als das gemeinsame Lesevergnügen.

Die Idee dahinter: Eltern organisieren selbst Lesungen für ihre Kids, um ihnen zu zeigen, wie viel Spaß und Freude Lesen macht. Aus der ersten großen Vorleseaktion soll eine monatliche Veranstaltungsreihe werden, an der jeweils ein anderer Verlag beteiligt ist.

Wie funktioniert die erste große Librileo Vorleseaktion?

Vom 11. bis zum 17. Juni können sich Familien über eine Facebook-App an der großen Librileo Vorleseaktion beteiligen, wenn sie eine Lesung mit mindestens sechs Kindern und einem Elternteil organisieren möchten. Der Vorlesespaß kann überall veranstaltet werden, ob zu Hause, in der Kita oder im Park.

Am 18. Juni werden 25 Vorleser ausgelost und auf Facebook sowie per Email benachrichtigt. Sie erhalten von Librileo und seinen Partnern – neben dem Verlag Beltz & Gelberg sind auch Erdbär – Freche Freunde und die Wummelkiste beteiligt – eine pädagogisch wertvolle Vorlesebox mit Büchern, Anleitungen und anderen kleinen Präsenten, um das Vorlesevergnügen zu gestalten. Die Gewinne haben einen Gesamtwert von über 4000 Euro.

Auf der Facebook-Seite von Librileo könnt Ihr teilnehmen sobald es losgeht! Aktuelle Informationen findet Ihr außerdem bei Librileo.

Klar, dass Mama Ole / Anna lieber hat

Cover: "Klar, dass Mama Ole lieber hat" © Oetinger

Cover: “Klar, dass Mama Ole lieber hat”  © Oetinger

Eifersucht unter Geschwistern – davon kann ich ein Lied singen. Denn gefühlte 1000-mal am Tag gehen sich Lesemaus und Leseratte derzeit an den Kragen und würgen sich in Simpsons-Manier.

Kirsten Boie und Silke Brix haben sich diesem Thema in “Klar, dass Mama Ole / Anna lieber hat” auf witzige und liebevolle Weise angenommen. Und auf besondere Weise: Denn hier handelt es sich um zwei Bücher in einem.

In “Klar, dass Mama Ole lieber hat” beschwert sich Anna darüber, dass Ole immer mitspielen will und alles kaputt macht und Mama Ole viel lieber hat, weil sie ihm “immer mehr Pudding auf den Teller tut als Anna”. Jawoll!

Dreht man das Buch um, ist es der dreijährige Ole in “Klar, dass Mama Anna lieber hat”, der sich darüber aufregt, dass seine große Schwester “Du Wurzelzwerg”” und ” Du Baby!” zu ihm sagt und seine Mama sowieso Anna viel lieber hat, weil sie ihr “immer viel mehr Pudding auf den Teller tut als Ole”.

Eifersucht unter Geschwistern …und Liebe

Doch dann muss Mama kurz mal weg zu ihrer Schwester Christiane, weil deren Schlüssel aus dem Fenster gefallen ist, und lässt ihre beiden “tüchtigen, großen Kinder” allein in der Wohnung zurück. Da merken Anna und Ole plötzlich, dass sie sich brauchen. Ole braucht Anna, weil er sie für unbesiegbar hält und Anna braucht Ole, um sich unbesiegbar zu fühlen. Am Ende kuscheln beide in Mamas Bett und lachen darüber, dass es draußen “dunkel wie im Affenpopo” ist. Als Mama zurückkommt treffen sich die beiden Geschichten auf einer gemeinsamen Doppelseite.

Hilfe in Zeiten des Geschwisterkampfs

“Klar, dass Mama Anna / Ole lieber hat” hilft über die schwierigen Zeiten des Geschwisterkampfs hinweg. Es zeigt den Alltag zweier Geschwister realistisch und kindgerecht auf das jeweilige Alter zugeschnitten. Und: Es ist brüllend komisch, wie die beiden sich in die Wolle kriegen und berührend, wie sie sich trotzdem lieb haben und brauchen.

Kirsten Boie gilt nicht umsonst als “Glücksfall für die deutsche Kinderbuch-Literatur” (NDR) und der Illustratorin Silke Brix gelingt es – wie nur wenigen – derart schwungvoll und witzig zu zeichnen, dass es eine Freude ist.

Buchinformationen:

Kirsten Boie & Silke Brix: Klar, dass Mama Anna / Ole lieber hat, ab 3 und ab 5  Jahre, erschienen im Oetinger Verlag, 2011