Archiv für den Monat: Oktober 2013

Abc-Vorlesegeschichten

© Cover Abc-Vorlesegeschichten Prinzessinnen, Dudenverlag

© Cover “Abc-Vorlesegeschichten Prinzessinnen”, Dudenverlag

Wenn die Einschulung bevorsteht, fragen sich viele Eltern, wie sie die Lesefreude ihres Kindes früh fördern und welche Bücher zur Einschulung sie verschenken können. Die Abc-Vorlesegeschichten des Dudenverlags haben sich zum Ziel gesetzt, den Spaß am Lesen- und Schreibenlernen zu wecken.

Lesemaus und ich haben das Buch für Euch getestet. Wobei sie die größere Expertin von uns beiden ist, da sie zur Zeit nichts mehr liebt als Buchstaben zu schreiben und Schule zu spielen.

 

 

Lesespaß zur Einschulung für Prinzessinnen und Piraten

Zwei Ausgaben gibt es: Eine für Prinzessinnen, eine für Piraten. Darin befinden sich 26 Vorlesegeschichten für Vorschulkinder, für jeden Buchstaben eine. So soll spielerisch das Abc vermittelt werden.

Für den Buchstaben R etwa klingt das in der Prinzessinnen-Ausgabe so:
„In Rosalias Reich ist alles rosarot. Das findet Rosalia richtig romantisch. (…) Sogar ihre Ravioli verspeist Rosalia nur mit rosaroter Rosinensoße.“

Untermalt werden die Geschichten durch kindgerechte bunte Illustrationen von Dorothea Tust gespickt mit Sprachspielen und Rätseln zum Mitmachen. Dass bei so vielen Buchstaben der Inhalt manchmal ein wenig zu konstruiert klingt, ist den Abc-Vorlesegeschichten zu verzeihen.
Lesemaus jedenfalls hat es nicht gestört und das Buch kommt immer wieder zum Einsatz.

Buchinformationen:

Dagmar Binder: Abc-Vorlesegeschichten Piraten/Prinzessinnen, ab 5 Jahre, mit Bildern von Dorothea Tust, erschienen im Dudenverlag, 2012

Papa auf dem Spielplatz © Stefanie Roloff

Papa auf dem Spielplatz

Noch immer sind Spielplätze Frauendomänen, Männer sind hier weitaus seltener zu sehen. Doch wie sind sie eigentlich so, die modernen Papas, wenn sie dann doch mal mit ihrer Anwesenheit glänzen? Der Versuch einer Typisierung.

Der Feierabendpapa

Kommt im Anzug mit glänzenden Slippern, um seine Familie am Spielplatz abzuholen. Gibt noch kurz Anschwung beim Schaukeln und lädt im Anschluss die Seinen beim Inder um die Ecke zu Mango Lassi und Chicken Korma ein.

Der Weekender, Typ 1

Ins Spiel vertieft sitzt er im Sand und gräbt zusammen mit seinem Nachwuchs tiefe Löcher. Die Haare kleben ihm an der schweißnassen Stirn. Dass seine Hose beim Graben etwas zu tief gerutscht ist, ist ihm egal. Nach gefühlten 100 Seilbahnfahrten, einem Wettlauf über den Spielplatz und einem Rutschwettbewerb kehrt er müde, aber überglücklich zurück zu seiner Frau, die sich in der Zwischenzeit eine Pediküre und eine Entspannungsmassage gegönnt hat.

Der Weekender, Typ 2

Mit Smartphone bewaffnet sitzt er in Caprihose am Rand des Spielplatzes, zum Beispiel auf einem abgesägten Baumstamm und checkt minütlich die Fußballergebnisse. Seine Frau kümmert sich währenddessen um die vergnügungswilligen Kinder – wie sie es auch während der Woche tut. Zwischendurch reicht er Erfrischungsgetränke und hilft dem Nachwuchs beim Pippimachen, das Handy immer im Blick, er könnte ja was verpassen.

Der Spielplatzmuffel

Am Strand im Urlaub gräbt er mit bloßen Händen komplizierte Tunnelanlagen, deren mutwillige Zerstörung durch Tochter oder Sohn er mit Adleraugen zu verhindern sucht. In heimischen Gefilden ist er nur selten bis nie auf Spielplätzen anzutreffen. Das kindliche Buddeln entspricht einfach nicht seinem Niveau.

Der Drillsergeant

Seine Glatze, auf der eine Sonnenbrille steckt, hat er sorgfältig rasiert, um sein wahres Alter zu verbergen. Er ist alles, nur keine Memme und das soll sein Sohn gefälligst auch nicht sein. „Du schaffst das! Das macht doch Spaß!“ ruft er auf’s Klettergerüst hinauf, wo der verängstigte Sohnemann an der Rutsche steht und sich einfach nicht nach unten traut. „Guck mal, der Junge vor Dir ist viel kleiner und er ist schon viermal gerutscht!“ Es hilft alles nichts! An der Hand vom Papa wird der kleine Angsthase schließlich sanft hinabgeleitet. Auch die Herzen von Drillsergeants sind manchmal weich!

Der Elternzeit-Papi

Zugegeben, ein wenig verloren sieht er schon aus, der Elternzeit-Papi, wie er da vormittags zwischen all den Müttern auf dem Spielplatz sitzt. Aber besonders fürsorglich ist er. Selbst bestens geschützt mit Basecap und Sonnencreme achtet er darauf, dass bei den Kleinen der Sonnenhut nicht verrutscht und stündlich nachgecremt wird. Gestresste Mütter finden in ihm einen entspannten Zuhörer für ihre Sorgen. Schade, dass wir unseren Liebsten dabei nicht beobachten können, weil wir dann schon wieder im Büro sitzen.

Fazit: Liebe Männers, macht doch nicht so einen Wind um Eure Spielplatzbesuche. Bleibt locker – wir sind’s: Eure Frau und Kinder, wenn das Terrain auch fremd zu sein scheint. Seid mutig, erobert die Spielplätze auf Eure Weise und wir werden damit aufhören, Euch zu typisieren und uns freuen, wenn der frisch aufgetragene Nagellack an unserem Flip-Flop-besetzten Schuh einmal weniger in Mitleidenschaft gezogen wird.

Und zurück zuhause? Da könntet Ihr nach dem erfolgreichen Anmischen von Matsche-Pampe auf dem Spielplatz auch mal die Waschmaschine erobern und nicht nur den Geschirrspüler. Aber das ist eine andere Geschichte …

Buchtipp:

Robert Richter/Eberhard Schäfer:
Das Papa-Handbuch. Alles, was Sie wissen müssen zu Schwangerschaft, Geburt und dem ersten Jahr zu dritt, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag

Nasebohren ist schön

© Cover „Nasebohren ist schön“, Thienemann Verlag

© Cover „Nasebohren ist schön“, Thienemann Verlag

Als meine Lesemaus ihre Nase als Objekt der Begierde entdeckte und zum ersten Mal hingebungsvoll darin popelte, fühlte nicht nur ich mich manchmal peinlich berührt. Ermahnungen halfen da meist nichts und der Finger wanderte wieder und wieder ins Nasenloch  – als ob es nichts Schöneres gäbe.

Ist Nasebohren schön? Ja!

Nichts Schöneres? Genau damit beschäftigt sich das Bilderbuch von Daniela Kulot „Nasebohren ist schön“, denn für Elefant, Maus und Frosch junior gibt es nichts Schöneres als in der Nase zu bohren.

Doch die Eltern sind davon wenig begeistert und malen schreckliche Folgen an die Wand, die vom zu vielen Popeln herrühren können. Das reicht von der Nasenspitzenwurzelentzündung bei der Maus bis zum Rüsselbruch beim Elefanten. Davon abgeschreckt lassen die drei den Finger erst einmal aus der Nase, bis sie ihre Großeltern treffen. Die sehen das mit dem Nasebohren ganz anders als die Eltern.

Fazit: Lesenswertes Anti-Erziehungsbuch

„Nasebohren ist schön“ von Daniela Kulot ist keine Neuerscheinung, doch trotzdem einen Buchtipp wert. Denn es ist ein freches Anti-Erziehungsbilderbuch, das uns und unsere Kinder lehrt, dass  der Genuss auch mal der Konvention vorgezogen werden darf. Wenig pädagogisch wertvoll, aber entspannend.

Und Hand aufs Herz: Gibt es einen Erwachsenen, der nicht manchmal heimlich popelt? Und die intensive Popelphase? Die hörte bei Lesemaus von ganz allein wieder auf.

Buchinformationen:

Daniela Kulot: Nasebohren ist schön, Bilderbuch ab 4 Jahre, erschienen im Thienemann Verlag in verschiedenen Ausgaben, auch als Pixi-Buch der Reihe 206 im Carlsen Verlag erhältlich